ADOLF DIETRICH: Grosse Ausstellung, dickes Buch

Ohne seine Zeichnungen wären die Bilder des Meistermalers vom Untersee nicht möglich gewesen – dies belegt das Kunstmuseum Thurgau.

Dieter Langhart
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Pressestimmen nach der ersten Lesung im Mai. (Bild: Benjamin Manser)

Pressestimmen nach der ersten Lesung im Mai. (Bild: Benjamin Manser)

Adolf Dietrich gilt als einer der wichtigsten Künstler im Thurgau – auf jeden Fall ist er der bekannteste. Nicht jeder kann das Thurgauerlied auswendig singen, aber den Hund Balbo kennt jeder und jede. Adolf Dietrich (1877–1957) war ein ausgezeichneter Beobachter und emsiger Schaffer, der auch im Ausland als eigenständiger Vertreter der Naiven Malerei und der Neuen Sachlichkeit wahrgenommen wurde.

Seinen Nachlass und sein Haus in Berlingen hat Dietrich der Thurgauischen Kunstgesellschaft vermacht, die das Werk für eine vertiefte Auseinandersetzung bereithielt. 1992 erschien der Werkkatalog; doch längst nicht alle Fragen konnte er beantworten. Kunstgesellschaft und Kunstmuseum Thurgau haben sich seither intensiv mit dem zeichnerischen Werk Adolf Dietrichs beschäftigt und ihre Erkenntnisse zweifach vorgestellt: mit einer umfangreichen Ausstellung in der Kartause und mit einer neuen Monografie im Verlag Scheidegger & Spiess. «Der Zeichner malt» ist nicht Ausstellungskatalog, sondern eigenständig – und herausragend gestaltet.

Motive erwandert, das ­Gemälde bereits im Kopf

Das Buch zeigt den Künstler in einem neuen Licht, erzählt seinen Werdegang, seine Arbeitsweise. Adolf Dietrich hat intensiv mit Vorlagen gearbeitet, mit Fotografien, Büchern, Zeichnungen. Er erwanderte sein Motive und entwickelte beim Zeichnen seine Gemälde bereits in ihrer Gesamtheit. Die Ausstellung schloss vor zwei Wochen, doch das Buch lohnt weiterhin die Auseinandersetzung mit dem Künstler, der aktueller denn je ist.

Dieter Langhart

dieter.langhart

@thurgauerzeitung.ch