Adieu nach vielen guten Jahren

Zwölf Jahre war Daniel Kunz Pfarrer in Matzingen. Vergangenen Sonntag hielt er seinen Abschiedsgottesdienst. Nun zieht es ihn ins Tösstal nach Bauma.

Stefan Hilzinger
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Wenigstens als Zeichnung können Pfarrer Daniel Kunz und Ehefrau Barbara die Matzinger Kirche ins Tösstal mitnehmen. (Bild: pd)

Wenigstens als Zeichnung können Pfarrer Daniel Kunz und Ehefrau Barbara die Matzinger Kirche ins Tösstal mitnehmen. (Bild: pd)

Herr Kunz, was nehmen Sie mit aus Ihrer Zeit in Matzingen?

Daniel Kunz: Da sind zuerst einmal noch die schönen Erinnerungen an den Abschiedsgottesdienst am vergangenen Sonntag. Ich bin noch immer total begeistert, was die Vorsteherschaft, der Chor und die anderen Mitwirkenden für mich auf die Beine gestellt haben. Ich bin so verabschiedet worden, wie ich die Gemeinde immer erlebt habe: Grosszügig und aufgeschlossen gegenüber Innovationen, wie etwa die Exponiert-Gottesdienste mit prominenten Gästen aus Politik und Wirtschaft. Die Vorsteherschaft war auch nie kleinlich, was das Geld angeht, etwa um besondere Gäste in den Konfirmationsunterricht einzuladen. Es war für mich eine Freude, hier zu arbeiten.

Was wollen Sie den Menschen in Ihren Gottesdiensten mit auf den Weg geben?

Kunz: Gottesdienste sollten lebendig sein mit einer inspirierenden Predigt. Sie sollten die Menschen ermutigen und ihnen Impulse für den Alltag vermitteln. Wichtig ist mir ein Bezug zum Lebensalltag.

Sie sind seit 27 Jahren evangelischer Pfarrer. Was ist für Sie die grösste Herausforderung als Gemeindepfarrer?

Kunz: Alle Ansprüche unter einen Hut zu bringen, die Interessen der verschieden Altersgruppen in der Gemeinde von Kindern bis zu den Senioren. Dazu kommen die grossen gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten. Noch vor zwanzig Jahren war der Bezug der Bevölkerung zur Kirche deutlich stärker als heute. Den Menschen war klar bewusst, welche Bedeutung die grossen christlichen Feste im Jahreslauf haben. Sterbende sprachen noch mehr von der Hoffnung auf ein ewiges Leben. Man sieht heute in den Todesanzeigen ja kaum mehr Bibelsprüche, vor zwanzig Jahren war das aber gang und gäbe.

Warum wechseln Sie nun die Stelle und gehen nach Bauma?

Kunz: Ich finde es gut, wenn ein Pfarrer nach acht bis 15 Jahren die Stelle wechselt, damit sich nicht zu viel Routine oder gar Trägheit einschleicht. Eine neue Pfarrstelle ist jedesmal eine Herausforderung, die von neuem motiviert. Aber es ist tatsächlich so: Nach dem berührenden Abschiedsgottesdienst, als die Gemeinde mir sogar stehend applaudierte, habe ich mich schon gefragt, warum ich weggehe…