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Acht St. Galler Präsidien bleiben umstritten

In 19 Gemeinden des Kantons St. Gallen kam es zu Kampfwahlen ums Präsidium, in 11 davon sind sie entschieden.
Marcel Elsener, Regula Weik

Die CVP ist, über alles gesehen, die klare Verliererin der kommunalen Wahlen im Kanton St. Gallen. Doch der umstrittene Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, Erich Zoller, kann wohl kaum seiner Partei die Schuld geben, dass er die Wiederwahl im ersten Umgang nicht schaffte. Zollers erbitterter Kritiker Bruno Hug, Verleger der «Obersee-Nachrichten», liess seinen Kontrahenten überraschenderweise deutlich – um rund 1500 Stimmen – hinter sich. Und die beiden weiteren Bewerber in der zweitgrössten Stadt des Kantons machten zusammen fast so viele Stimmen wie der Amtsinhaber.

Die zweite faustdicke Überraschung gab es in der Hauptstadt – und sie betrifft ebenfalls die CVP: Die St. Galler Stadträtin und Baudirektorin Patrizia Adam muss am 27. November ebenfalls in den zweiten Wahlgang. Nochmals antreten wird die SP, die Anspruch auf einen zweiten Sitz geltend macht. Ob auch die FDP ihren Kampfkandidaten erneut ins Rennen schicken wird, ist noch offen.

Und auch in Wil erlebte die CVP einen herben Rückschlag: Ihr Stadtrat Marcus Zunzer verlor seinen Sitz an Daniel Stutz von den Grünen Prowil.

CVP kann Angriff der SVP in Rüthi abwehren

Immerhin gab es für die CVP auch Lichtblicke: Beispielsweise konnte sie das Gemeindepräsidium in Rüthi halten. Der 34jährige Ratsschreiber Philipp Scheuble – im Vergleich zu andern Anwärtern ein Jungspund – machte das Rennen um die Nachfolge von Nationalrat Thomas Ammann. FDP und SVP waren über den Alleingang der CVP wenig erfreut gewesen. Und so stellten sie Markus Straub, ehemaliger SVP-Kantonsrat und seit 2013 in der Gemeinde wohnhaft auf. Doch Straub verpasste das absolute Mehr deutlich – und wurde auch als Gemeinderat nicht gewählt.

Hingegen kommt es in Oberriet zu einem zweiten Wahlgang: Kreis Rheintal: Dass es für Rolf Huber (FDP) ungemütlich werden wird, hatte sich abgezeichnet. Der Oberrieter Gemeindepräsident sitzt nicht mehr so fest im Sattel. Das bekam er nun auch zu spüren: Er verpasste die Wiederwahl – wenn auch knapp; es fehlten im 50 Stimmen. Dennoch könnte ihm sein Herausforderer, der Kriessner SVP-Kantonsrat Marcel Dietsche, im zweiten Wahlgang gefährlich werden. Abgeschlagen auf dem dritten Platz landete die zweite Herausforderin, Silvia Lenz, freisinnige Juristin aus Gais.

Auch in Sevelen trat ein SVP-Kantonsrat zur Wahl an: Marco Rossis Sturm auf den Sitz des amtierenden Gemeindepräsidenten Roland Ledergerber blieb allerdings erfolglos. Der Parteilose schaffte die Wiederwahl problemlos.

In Wartau wirkt seit 20 Jahren der freisinnige Kantonsrat Beat Tinner als Gemeindepräsident. Und so wird es auch in der nächsten Amtsdauer bleiben. Sein Herausforderer, der parteilose Max Müller, blieb chancenlos. Fast spannender als die Wahl des Chefs war jene des Gemeinderats: Zwei Bisherige (FDP, SVP) verpassten das absolute Mehr und musste eine neue Parteilose vorbeiziehen lassen.

Um das Gemeindepräsidium von Grabs bewarben sich Schulratspräsident Diego Forrer (CVP) – Grabs wird auf Anfang 2017 Einheitsgemeinde –, Niklaus Lippuner (FDP) und Thomas Zweidler (parteilos). Gewählt wurde, überraschend schon im ersten Wahlgang, der Treuhänder Niklaus Lippuner.

In Benken fehlen der CVP-Frau nur drei Stimmen

Leidensgenosse des Oberrieter Gemeindepräsidenten Rolf Huber ist Roman Zogg; auch der bisherige, parteilose Gemeindepräsident von Quarten muss in einen zweiten Wahlgang. Er war von Hermann Reiff (SVP) herausgefordert worden. Der Rechtsdozent aus Herisau erzielte ein beachtliches Ergebnis; er machte nur 70 Stimmen weniger wie Zogg.

Der neue Gemeindepräsident von Pfäfers heisst Axel Zimmermann. Der Freisinnige distanzierte seinen einzigen Gegner, den parteilosen Pius Schwitter, klar. In Walenstadt war es ebenfalls zur Kampfwahl gekommen. Das Rennen machte der Parteilose Angelo Umberg, Gemeindeschreiber in Birmensdorf; er setzte sich gegen Mario Bislin (CVP), Gemeindeschreiber von Bad Ragaz, durch.

In Benken hat Heidi Romer-Jud (CVP) die Wahl zur Gemeindepräsidentin knapp verpasst – drei Stimmen fehlten ihr zur Wahl. Die Gemeindepräsidien im Linthgebiet bleiben weiterhin Männerdomänen – vorerst. Der zweite Kandidat, der parteilose Bündner Reto Zampatti, erzielte nur ein gutes Dutzenden weniger Stimmen als die favorisierte Heidi Romer. Ein zweiter Wahlgang ist auch in Amden nötig: Keiner der drei Kandidaten erzielte das absolute Mehr; am meisten Stimmen verbuchte der Bündner Markus Vogt (BDP), gefolgt von Florian Thoma (SVP) und Rainer Carspecken (parteilos).

In Rapperswil-Jona ist offensichtlich nicht nur das Stadtpräsidium umstritten: Der bisherige SP-Stadtrat Pablo Blöchlinger, wurde abgewählt. Und einen prominenten, überzähligen Gemeinderat gibt es in Schmerikon: SVP-Kantonsrat René Bühler wird nicht mehr in dem Gremium mitregieren.

Entscheide in Kirchberg und Waldkirch vertagt

Im Toggenburg interessierte vor allem der Wahlausgang in Kirchberg und Waldkirch – und das bleibt bis 27. November weiterhin so. Denn in beiden Gemeinden wurde der Entscheid vertagt. Um die Nachfolge von Kirchbergs Gemeindepräsident Christoph Häne (CVP) buhlten drei Kandidaten: Roman Habrik (FDP), Michael Sutter (FDP) und Philipp Dörig (parteilos) verpassten alle das absolute Mehr, doch das Habrik erzielte das klar beste Resultat. Desgleichen in Waldkirch: Im offenen Dreier-Rennen hat Aurelio Zaccari (FDP) gegenüber Sandro D'Antuono (CVP) und Daniel Führer die Nase vorn.

Entschieden ist die Kampfwahl uum das Andwiler Gemeindepräsidium: Gewählt ist mit 412 Stimmen der SVP-Kantonsrat Toni Thoma. Er liess Reto Mauchle (CVP) um gut 100 Stimmen hinter sich. Und auch in Mosnang macht die SVP das Rennen gegenüber der CVP – eine gehörige Überraschung: Renato Truninger holte über 70 Stimmen mehr als sein Kontrahent Christian Widmer von der CVP.

In Uzwil sitzt Lucas Keel sicher im Sattel: Sein Herausforderer Remo Wicki hatte nicht den Hauch einer Chance.

Steinacher Präsident kann aufatmen

Mit einem zweiten Wahlgang musste der Steinacher Gemeindepräsident Roland Brändli (FDP) rechnen. Er war wie vor vier Jahren umstritten und bekam es mit heftigen Anfeindungen zu tun. Diesmal traten zwei Konkurrenten aus dem Gemeinderat gegen ihn an, doch Brändli schaffte die Wiederwahl mit 15 Stimmen über dem absoluten Mehr.

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