Abwasser anders berechnen

STECKBORN. Steckborn hat für die Abwasserbeseitigung eine neue, verursachergerechte Gebührenordnung erarbeitet. Die Gemeindeversammlung soll im Dezember darüber abstimmen.

Barbara Hettich
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Sie informierten: Stadtammann Roger Forrer, Frank Muggli für die Technische Kommission und Bauverwalter Egon Eggmann. (Bild: Donato Caspari)

Sie informierten: Stadtammann Roger Forrer, Frank Muggli für die Technische Kommission und Bauverwalter Egon Eggmann. (Bild: Donato Caspari)

Steckborn. Wer bei der Gemeinde Steckborn Trinkwasser bezieht, der bezahlt auf die bezogene Menge Abwassergebühren. Dies ist nicht verursachergerecht – der Kanton fordert seit Jahren von den Gemeinden ein verursachergerechteres und kostendeckendes Abrechnungssystem. Nur – wie soll die Abwassermenge gemessen werden? «Vermutlich hätte der Kanton am liebsten ein Ührli an jedem Schacht», sagt Stadtammann Roger Forrer. Dies würde allerdings die Betriebskosten unverhältnismässig in die Höhe treiben.

Das Departement für Bau und Umwelt hat ein entsprechendes Musterreglement erarbeitet, das jedoch von vielen Gemeinden aufgrund seiner komplexen Berechnungsmodelle nicht angewendet wird. In Steckborn hat man ebenfalls nach einer einfachen und praxisnahen Berechnungsmethode gesucht. Ein erster Entwurf sei aber als nicht genehmigungsfähig vom Kanton zurückgewiesen worden.

Das Rad nicht neu erfunden

Jetzt liegt ein genehmigungsfähiger Entwurf vor, den Frank Muggli, ehemals Präsident der technischen Kommission, gestern den Medienvertretern präsentierte. «Wir haben das neue Reglement nicht selbst erfunden, sondern der Gemeinde Märstetten abgekupfert», sagt Muggli. Die Abwassergebühren werden sich neu wie folgt zusammensetzen:

• Eine pauschale Grundgebühr von 200 Franken pro Jahr.

• Ein Flächenbeitrag, der sich nach der Grösse der versiegelten Fläche, respektiv des Dachs richtet. Für ein Einfamilienhaus mittlerer Grösse wird mit 100 Franken pro Jahr gerechnet.

• Ein Mengenpreis von Franken 1.90 pro Kubikmeter Trinkwasserbezug.

Abwasser wird teurer

Mit dem neuen Berechnungsmodell werden sich die Abwassergebühren um etwa 7 Prozent für den Durchschnittsverbraucher erhöhen. Dieses Geld wird dringend benötigt, denn die zurzeit defizitäre Betriebskostenrechnung der ARA Steckborn muss ausgeglichen werden. Bauverwalter Egon Eggmann erinnert daran, dass die Werke kostendeckend arbeiten müssen – inklusive Amortisation. Die ARA Steckborn entsorgt für rund 3650 Personen 665 Millionen Liter Abwasser pro Jahr. Die Anlage mit 26 Kilometern Kanäle hat einen Wiederbeschaffungswert von rund 45 Millionen Franken.

Über die neue Beitrags- und Gebührenordnung wird an der Budgetgemeinde am 13. Dezember abgestimmt. Der Entwurf ist ab sofort auf der Homepage der Stadt aufgeschaltet.

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