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ABSTIMMUNG: «Der PH-Neubau verlocht Geld»

Gegenwind für die Ausbaupläne der Pädagogischen Hochschule (PH) in Kreuzlingen. Das Projekt sei zu teuer und zu kurzsichtig. Auch brauche es bezüglich der laufend ansteigenden Studentenzahlen eine Strategie.
Silvan Meile
«Etwas Einfacheres täte es auch», sagen die Gegner des PH-Erweiterungsbaus im Weinfelder «zur Rebe». Christian Mader (EDU), Andrea Vonlanthen (SVP), Aline Indergand (SVP) und Alex Frei (CVP). (Bild: Thi My Lien Nguyen)

«Etwas Einfacheres täte es auch», sagen die Gegner des PH-Erweiterungsbaus im Weinfelder «zur Rebe». Christian Mader (EDU), Andrea Vonlanthen (SVP), Aline Indergand (SVP) und Alex Frei (CVP). (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Einen Monat vor der Abstimmung zum 27 Millionen Franken teuren Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PH) in Kreuzlingen kommt politisch organisierter Widerstand auf. Vier Kantonsräte zerpflücken die Vorlage, über die das Thurgauer Stimmvolk am 26. November abstimmt. «Wir erheben den Mahnfinger», sagt der Eschliker CVP-Kantonsrat Alex Frei. Die vier Politiker stellen sich «mit bescheidenen Mitteln gegen das mächtige und finanzstarke Pro-Komitee», erklärt der Arboner SVP-Kantonsrat Andrea Vonlan­then am Montag im Restaurant zur Rebe in Weinfelden. «Nein zu diesem teuren Bildungstempel», heisst ihr «Ad Hoc-Komitee».

Kritik an Planung: «Schon wieder ein PH-Neubau»

Für Christian Mader, Frauenfelder EDU-Kantonsrat, wird mit diesem Bauprojekt regelrecht «Geld verlocht». Er spielt auf die schwierigen Bodenverhältnisse mit dem feuchten und «definitiv nicht geeigneten» Baugrund an. Der Standort sei falsch gewählt. Hinzu komme, dass mit dem denkmalgeschützten Kloster in unmittelbarer Nähe die verdichtete Bauweise, wie sie sonst gefordert werde, nicht umsetzbar sei. «Kein Privater, kein Unternehmer oder Investor würde in so ein bodenloses Projekt investieren», sagt Mader.

Alex Frei stört sich vor allem an den hohen Kosten des Projekts. Der heutige Erweiterungsbau sei im Vergleich zum PH-Neubau des Jahres 2008 pro Kubikmeter um 27,9 Prozent teurer. Ein einfacher Zweckbau hätte auch genügt. «Ich vermisse bei diesem Projekt den Willen zum Sparen», sagt Frei und verweist auf die sonstigen Sparprogramme des Kantons.

«Weitsichtige Planung scheint keine Stärke der PH-Leitung zu sein», kritisiert SVP-Kantonsrätin Aline Indergand. Mehr als verdoppelt hätten sich die Studierendenzahlen seit dem Jahr 2008, der Einweihung des letzten Neubaus. Und der Bestand an Verwaltungspersonal sei in diesem Zeitraum gar um 78 Prozent angewachsen. «Der Bevölkerung wird angegeben, man baue, weil die Studierendenzahl so hoch sei. Offensichtlich wird aber die Hälfte der Baukosten für die Mitarbeitenden ausgegeben», sagt Indergand mit Verweis auf parlamentarische Unterlagen. Ausserdem sei das geplante Parkplatzangebot «völlig unzureichend». Auch Vonlanthen sieht in der bisherigen Planung der PH keine Weitsicht. Ihn stört das «ungebremste Wachstum» bei den Studierendenzahlen, während die Hälfte der Absolventen fünf Jahre nach der Diplomierung bereits nicht mehr im Lehrerberuf tätig seien. «Es braucht eine Strategie.»

Im Juni sprach sich der Grosse Rat deutlich mit 95 zu 12 Stimmen für den Erweiterungsbau aus, bei 16 Enthaltungen. Dass sich so viele Kantonsräte nicht getrauten, sich zu exponieren, zeige, dass das Unbehagen trotz deutlichem Abstimmungsresultat gross sei, sagt Vonlanthen.

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