Abschied von der Galerie 418

STECKBORN. Galerist Walter Wild hat die Galerie 418 geschlossen, die er mit vier anderen vor knapp 21 Jahren gründete. Sie hatte sich zu einem kulturellen und sozialen Treffpunkt entwickelt, der jetzt fehlen wird.

Louise Jochims
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Walter Wild schliesst die Tür der Galerie 418 für immer ab. (Bild: Louise Jochims)

Walter Wild schliesst die Tür der Galerie 418 für immer ab. (Bild: Louise Jochims)

Zur Finissage am vergangenen Sonntag waren Künstler sowie Freunde und Bekannte gekommen. Alle bedauerten, dass die Galerie 418 geschlossen wird. Sie respektierten aber den Entschluss von Walter Wild. Im Mittelpunkt stand sein Wunsch, nun ohne jede andere Verpflichtung seine Kreativität – Malen und Schreiben – zu verwirklichen. Insofern sprach er nicht mit grossem Bedauern über die Schliessung der Galerie. Die Räume stehen nun zur Vermietung frei.

21 Jahre die Galerie geführt

«Ich habe für die Galerie gelebt», sagt Walter Wild. 21 Jahre führte er sie. «Es ist schön, wenn man auf so viele Jahre zurückblicken kann und weiss, dass man doch einiges bewirken konnte.» 130 Ausstellungen gemacht und jede Menge Installationen gehören in die Bilanz. Am 13. Februar ist Walter Wild 65 Jahre alt geworden. «Als ich vor sechseinhalb Jahren von der Bernina weggegangen bin, habe ich mich bewusst für die Galerie als Geschäft entschieden, aber nur bis zu meinem 65. Geburtstag. Das stand von vornherein für mich fest», sagt Wild an der Finissage. Aber er bleibt weiter Ansprechpartner für die Bilder von Johannes Diem (1924–2010) und Walter Viktor Bernath (1886–1958), die in seinem Besitz bleiben.

Wie war es überhaupt zur Gründung der Galerie gekommen? Walter Wild schmunzelt noch in der Erinnerung: «Das war eine spannende Zeit.» Mit der Glasbläserin Anna Mani, dem Fotografen Manfred Rüedi, dem Maler Carlo Herzog und dem Bühnenbildner Enrico Chiari wurde die Galerie am 15. Oktober 1992 aus der Taufe gehoben. «Wir wollten speziell eine Galerie für Künstler aus der Region schaffen und sie dazu ermuntern, ihre Werke auszustellen.» Die Bilder sollten auch einem künstlerischen Anspruch genügen. «Ich denke, dass uns das auch gelungen ist.»

Wie es für Wild weitergeht

«Ich empfinde es als ein riesen Privileg, dass ich kreativ sein kann», sagt Walter Wild. Seit vielen Jahren führe er ein Tagebuch über sein reiches und spannendes Leben. «Das möchte ich verarbeiten. Ich bin so glücklich und dankbar dafür, dass ich das kann, dass ich in Steckborn lebe.» Natürlich wird Wild auch gerne seinen Hobbies nachgehen, dem Angeln und dem Schachspielen. «Ich werde viele schöne Erinnerungen mit in mein neues Leben hineinnehmen, auch das ist Glück.»