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ABSAGE: Armeechef meldet sich ab

Heute wäre Philippe Rebord beim Lilienberg Unternehmerforum zu Gast gewesen. Doch der Armeechef sagt seinen Besuch kurzfristig ab. Er muss in der sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates antreten.
Sebastian Keller
Philippe Rebord, seit Januar 2017 Chef der Schweizer Armee. (Bild: Anthony Anex/KEY (Bern, 8. Dezember 2016))

Philippe Rebord, seit Januar 2017 Chef der Schweizer Armee. (Bild: Anthony Anex/KEY (Bern, 8. Dezember 2016))

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Lilienberg, 427 Meter über Meer. Der Blick schweift über die sanften Hügelzüge, die den Untersee säumen, weiter zur Insel Reichenau. Hier, etwas ob Ermatingen, wähnt sich die Seele in Wellnessferien. Auf dem Lilienberg wäre Philippe Rebord heute Abend zu Gast gewesen. Der Chef der Schweizer Armee hätte im Rahmen eines «Lilienberg Gesprächs» über Persönliches gesprochen, über die Weiterentwicklung der Armee, über die aktuelle Bedrohungslage. Doch er hat sich abgemeldet. Kurzfristig. Das schreibt das Lilienberg Unternehmerforum auf seiner Webseite. Die Absage erreichte die Verantwortlichen erst diese Woche, obschon der Termin «vor fast einem Jahr verbindlich terminiert wurde», heisst es weiter.

Der Armeechef muss zur Kommission

«Ich muss das bestätigen», sagt Daniel Anderes, Leiter des Unternehmerforums. Enttäuschung schwingt in seinen Worten mit. Auch das muss er bestätigen. Über 60 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hatten sich für die Veranstaltung angemeldet. Der Grund für die Absage ist eine Terminkollision. Rebord erhielt kurzfristig einen politischen Marschbefehl. Zu einer Sitzung der sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates, die ebenfalls heute stattfindet. Das bestätigt Armeesprecherin Delphine Allemand auf Anfrage. «Es geht um verschiedene Geschäfte, welche die Armee betreffen.» Kurzfristige Terminabsagen kämen ab und zu vor. «Wir sind natürlich bemüht, dies wenn möglich zu vermeiden», betont die Sprecherin.

Verschoben ist nicht aufgehoben: Dieser Trost bleibt den Verantwortlichen des Unternehmerforums. «Wir versuchen nun, einen anderen Termin zu finden», sagt Delphine Allemand. Daran sei man grundsätzlich interessiert, sagt Daniel Anderes. Er hoffe natürlich, dass dannzumal keine Terminkollision den Besuch verhindert.

Rebords Chef war schon da

Auf dem Lilienberg gastieren regelmässig namhafte Persönlichkeiten. Wirtschaftsführer und Politgrössen geben sich die Klinke in die Hand. Am 8. März steht ein Gespräch mit Joe Ackermann auf dem Programm. Der Schweizer war von 2006 bis 2012 Chef der Deutschen Bank. Auch mehrere ehemalige und amtierende Bundesräte beehrten den Lilienberg bereits. Vergangenen August beispielsweise Rebords Vorgesetzer, Bundesrat Guy Parmelin. Rund 200 Personen wohnten dem Gespräch bei. Der SVP-Bundesrat sprach darüber, dass die Sicherheit des Landes ein grundlegendes Element dafür sei, dass unsere Gesellschaft funktioniere. Ferner wurde die Weiterentwicklung der Armee diskutiert. Darüber wollte man ebenso mit Philippe Rebord sprechen. Das Reformprojekt wurde am 1. Januar 2018 scharf gestellt. «Ein topaktuelles Thema», sagt Anderes vom Lilienberg Unternehmerforum. Auch über den Armeeeinsatz am jüngst zu Ende gegangenen Weltwirtschaftsforum in Davos wollte man mit ihm reden.

Wenn der Armeechef bei einem zweiten Anlauf den Lilienberg beehrt, sollte er etwas Zeit im Gepäck haben. Die liebliche Landschaft des Untersees und das nahe gelegene Schloss Arenenberg bietet Möglichkeiten, seinen liebsten Freizeitbeschäftigungen zu frönen: Wandern und Geschichte zählt der studierte Historiker zu seinen Hobbys.

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