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AAWANGEN: Festival der Schweinereien

Die 28. Metzgete am Freitagabend im Regionalzentrum füllte die Mägen vieler Besucher und die Kasse von Sozialprojekten.
In der Küche: Chefkoch Jörg Kessler und seine Ehefrau Silvia füllen ­anständige Portionen auf die Teller. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

In der Küche: Chefkoch Jörg Kessler und seine Ehefrau Silvia füllen ­anständige Portionen auf die Teller. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Profane Stimmung herrschte im Saal des Regionalzentrums. Und geschlemmt wurde. Wer zeitig erschien, tat gut daran, wollte man bei der Auswahl nach Blut-, Brat- und Leberwurst, Rippli, Leberli, Metzgervoressen oder Kotelettes auf Nummer sicher gehen. Auf einen frühen Ansturm war das Küchenpersonal um Chefkoch Jörg Kessler natürlich vorbereitet. Beilagen zu den deftigen Speisen waren Salzkartoffeln, Kartoffelstock, Dörrbohnen und Sauerkraut.

Mit stoischer Ruhe trug das Servicepersonal – überwiegend Mitglieder der evangelischen Kirchenvorsteherschaft – die Teller herbei, worauf die Gerichte aus Blut, Innereien, Speck, Bauch- und Kopffleisch sowie Beilagen fein säuberlich angeordnet waren. Für den eigentlichen Kenner scheint die Blutwurst ganz besonders zum kulinarischen Erbe zu gehören. Die Lust zum Verzehr von gewürztem frischem und gekochtem Blut bringt nicht nur das eigene Blut in Wallung, sondern hat auch mit Feinschmeckerei zu tun. «Eine gute Blutwurst ist eine Delikatesse. Sie muss glänzen, wenn man sie anschneidet. Jeder Metzger hat seine eigenen Geheimnisse bezüglich der Gewürze», meinte ein Besucher, der sich alsbald als wahrer Kenner entpuppte. Nachdem er die Blutwurst vorsichtig aufgeschnitten hatte, um das Herausspritzen von Fett zu vermeiden, roch er an der Schnittstelle, bevor er den ersten Bissen zum Mund führte. Mit diesem «nose-to-tail eating», wie die Engländer eine Metzgete auch bezeichnen, wollte er offensichtlich zeigen, dass nebst dem Geschmackssinn auch der Geruchssinn angesprochen sei.

Wer das Apfelmus als Beilage und nicht als Dessert betrachtete, aber doch noch Lust auf Süsses hatte, begab sich in den oberen Stock, wo hausgemachte Kuchen lockten.

Zu späterer Stunde liess sich ein erstes Fazit ziehen: Die Spezialitäten kamen gut an. Renner waren natürlich die Blutwürste. Gezählt wurden 200 Esslustige. Und selbstverständlich ist auch der soziale Aspekt nicht zu vergessen: Der Erlös – es werden gegen 3000 Franken sein – geht an Entwicklungsprojekte in Äthiopien.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

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