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Aargauer prüfen Klage gegen Clienia-Ärzte

LITTENHEID. Die Staatsanwaltschaft Baden des Kantons Aargau will anhand eines «umfangreichen fachärztlichen Gutachtens» klären, ob sie gegen Ärzte der psychiatrischen Klinik in Littenheid Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhebt. Das teilten die Aargauer Behörden gestern mit.

LITTENHEID. Die Staatsanwaltschaft Baden des Kantons Aargau will anhand eines «umfangreichen fachärztlichen Gutachtens» klären, ob sie gegen Ärzte der psychiatrischen Klinik in Littenheid Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhebt. Das teilten die Aargauer Behörden gestern mit. Das Gutachten werde einige Monate in Anspruch nehmen. Gestützt auf dieses werde die Staatsanwaltschaft über weitere Schritte im Verfahren entscheiden.

Unbekanntes Tatmotiv

Im Mai 2015 richtete ein 36jähriger, dreifacher Familienvater aus dem Kanton Schwyz im Aargauischen Würenlingen ein Blutbad an. Mit mehreren Schüssen streckte er in einem Wohnquartier seinen Schwiegervater, seine Schwiegermutter und seinen Schwager nieder. Auf dem Weg zu seinem Auto feuerte er mehrere Schüsse auf einen Nachbarn seiner Schwiegereltern ab und traf auch diesen tödlich. Daraufhin richtete sich der Schütze selbst. Das Tatmotiv bleibt im Dunkeln. Auch wie der Mann zur Waffe kam, konnten die Untersuchungsbehörden nicht klären. Die Ermittlungen hätten aber ergeben, dass es im Vorfeld der Tat zu keinen Drohungen gegenüber den Opfern gekommen war. Zur Tatzeit habe der Mann weder unter Alkohol- noch unter Drogeneinfluss gestanden. Nachgewiesen werden konnte ein Medikament, das zur Therapie psychotischer Krankheiten eingesetzt wird.

Zehn Tage vor der Tat war der Mann aus der Littenheider Klinik Clienia entlassen worden, in der er während 5,5 Wochen wegen einer psychischen Erkrankung fürsorglich untergebracht war. Kurz nach der Tat schrieb die Klinik in einer Medienmitteilung, dass sich der Patient unauffällig, freundlich und ruhig verhalten habe, an Therapien teilnahm und seine Medikamente erhielt. Es seien die üblichen Abläufe zur Austrittsvorbereitung durchgeführt worden.

Aargauer Behörden verpflichtet

Einen Monat nach der Bluttat ging bei der Staatsanwaltschaft Baden gegen die für die Freilassung des späteren Täters verantwortlichen Mitarbeiter der Littenheider Klinik eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung ein. «Wer Anklage erhoben hat, wissen wir nicht», sagte Claudia Baumer, Mediensprecherin der Clienia, gestern auf Anfrage. Ein Gesuch aus dem Aargau um Übernahme dieses Strafverfahrens lehnte die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau ab. Das von der Aargauer Oberstaatsanwaltschaft angerufene Bundesstrafgericht in Bellinzona gelangte schliesslich zum Schluss, dass die Aargauer Behörden verpflichtet seien, dieses Strafverfahren zu führen. (sme.)

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