AADORF: Vereint in der Liebe zu Pferden

Am Wochenende fand auf dem Reitplatz Friedau die Springkonkurrenz statt. Was früher ein überregionaler Anlass war, ist heute ein regionaler. Die rund 300 Reiterinnen und Reiter sind ausschliesslich Ostschweizer.

Florian Beer
Drucken
Teilen
Auf dem Reitplatz Friedau in Aadorf: Die Reiterinnen und Reiter warten darauf, endlich loslegen zu dürfen. (Bilder: Florian Beer)

Auf dem Reitplatz Friedau in Aadorf: Die Reiterinnen und Reiter warten darauf, endlich loslegen zu dürfen. (Bilder: Florian Beer)

Florian Beer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Die Pferde scharren aufgeregt mit ihren Hufen im Sand, die Reiter schauen fest entschlossen drein. Vom Parkplatz, der vollgestellt mit Autos und den angekoppelten Pferdeanhängern ist, laufen Reiter und Pferd zielstrebig in Richtung Reitplatz, um endlich loslegen zu dürfen. «Der Kavallerieverein Hinterthurgau wurde im Jahr 1911 gegründet und kurz danach wurde die erste Springkonkurrenz durchgeführt», sagt Georges Zehnder. Die Augen des Ehrenpräsidenten leuchten, wenn er vom Reitturnier und dem Kavallerieverein zu erzählen beginnt. «Anfangs fand das Turnier im Zweijahresrhythmus statt», erklärt er. Erst seit 1970 findet die Springkonkurrenz jährlich statt.

Insgesamt habe sich seit der Gründung des Kavallerievereins Hinterthurgau einiges verändert. «Früher war es ein überregionaler Verein, wie der Name schon vermuten lässt», sagt Zehnder. Damals sei die Springkonkurrenz jeweils auf den verschiedenen Reitplätzen der Mitgliedgemeinden ausgetragen worden. Seit 50 Jahren findet das Reitturnier aber nur noch auf dem Reitplatz Friedau in Aadorf statt. «Unser Kavallerieverein wurde aus einem überregionalen zu einem regionalen Verein», sagt der Ehrenpräsident.

Je höher die Kategorie, desto höher das Preisgeld

Eine Frau steht mit ihrer kleinen Tochter am Zaun. Sie beobachten gemeinsam das Geschehnis. «Wir beide lieben Pferde und nutzen das Turnier für einen kleinen Mami-Tochter-Ausflug», sagt die Frau. Ausserdem reite der Chef ihres Mannes am Turnier.

Am Wettkampf sind so einige Leute zu beobachten, die eine Leidenschaft für Pferde hegen. Thusmelda Gmach zum Beispiel, die sich als «TT» beschreibt. «Ich bin der Turniertrottel», sagt sie lachend. Sie helfe bei allem mit, schaue nach den Pferden, räume auf und unterstütze ihre Kollegin. «Es macht mir viel Spass, weil man sich bei den verschiedenen Turnieren mit anderen immer wieder trifft und mir die Atmosphäre bei diesen Wettbewerben gefällt.» Ausserdem liebe sie einfach Pferde, etwas, das sie mit allen bei der Springkonkurrenz in Aadorf teilt.

Gut 300 Reiterinnen und Reiter nehmen an der diesjährigen Springkonkurrenz in Aadorf teil. «Dadurch, dass es ein eher kleiner Concours ist, kommen die Sportler alle aus dem Raum Ostschweiz», sagt der Präsident des Turniers, Roland Müller. Jeder Teilnehmer zahle ein sogenanntes Nenngeld, also ein Startgeld. Gut 30 Prozent der Springreiter werden am Ende des Wettkampfes mit Preisgeld und Blumen klassiert. «Je höher die Kategorie, desto höher fällt dementsprechend auch die Belohnung aus», sagt Müller.

Insgesamt gibt es drei Kategorien: Hobbyreiter, regionale und nationale Reiter. Die Stufen unterscheiden sich jeweils in der Höhe des Hindernisses und den jeweiligen Lizenzen. «Jeder Reiter braucht allerdings ein Brevet, unabhängig von der Kategorie.» Neben diesem Abzeichen brauchen die Teilnehmer aber auch Unterstützung beim Transport der Tiere und der Organisation vor Ort.