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AADORF: Rechtslastige Zauberformel

Der Kulturveranstalter Gong holte den Kabarettisten Bänz Friedli in den Rotfarbkeller. Der Berner begeisterte sein Publikum.
Der Berner Kabarettist steht im Aadorfer Rotfarbkeller auf der Bühne. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Der Berner Kabarettist steht im Aadorfer Rotfarbkeller auf der Bühne. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Es ist schon erstaunlich, was Bänz Friedli in seiner Einmannshow in einem ureigenen Tonfall während über 90 Minuten auf die Bühne zauberte. Dies mit einem unverkennbaren Sprachwitz, einem beeindruckenden Redefluss, scharfer Beobachtung von Alltagssituationen, durchdacht, philosophisch, provokant, kritisch und hoch­aktuell.

Dabei sparte der Berner bei seinem Auftritt im Aadorfer Rotfarbkeller auch einiges an Lokalkolorit nicht aus. So wunderte er sich darüber, dass mit der Zauberformel im Aadorfer Gemeinderat – nämlich drei CVP-, zwei FDP- und zwei SVP-Mitglieder – links davon Niemandsland herrsche. Auch der Kanton Thurgau kriegte sein Fett weg mit der Anspielung auf seinen Dialekt und dem lebenden Gammelfleisch auf dem Feld. Ob über Olympia 2026, ­Blocher, Laubbläser, die SBB-Sparwut oder Kinderübergaben – seine Gags sassen.

Und wie er von einem Einfall zum andern sprang und dabei den roten Faden nie zu verlieren schien, war ebenso erstaunlich. Dass der in Zürich Wohnhafte noch immer ein eingefleischter YB-Fan ist, konnte er auch nicht verhehlen. Mit dem Slogan «Young boys for ever» liess er die zweideutige Bedeutung durch­blicken.

Publikum jünger als in Herrliberg

Mimik, Gestik und Timing stimmten dermassen, dass auf Verkleidung und Requisiten verzichtet werden konnte. Das Publikum dankte dem 52-jährigen Comedian, einem Meister der mundartsprachlichen Erzählkunst und spitzen Bemerkungen, immer wieder mit spontanem Applaus. «Bänz Friedli gewinnt Zeit», lautet der Zusatz zu seinem Programm. Für die Zuhörerschaft, vom Protagonisten jünger als ­zuvor in Herrliberg erlebt, war die drittletzte «Gong»-Veranstaltung in diesem Jahr bestimmt keine verlorene, sondern gewonnene Zeit. Am 17. November im Kleinkunstsaal und am 1. Dezember im Hänkiturm warten noch zwei weitere Höhepunkte.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Weiteres Programm unter: www.gong.ch

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