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AADORF: Neun weitere Flüchtlinge

Der Kanton weist der Gemeinde Aadorf zusätzliche Asylbewerber zu. Ihre Unterbringung sei zwar eine Herausforderung, sagt Gemeindepräsident Matthias Küng, aber kein Problem.
Olaf Kühne

AADORF. In Zeiten von Polemik und Hetze gegen Ausländer ist es wohltuend, wenn es eine Gemeinde wie Aadorf versteht, völlig unaufgeregt über die Situation der ihr durch den Kanton zugewiesenen Flüchtlinge zu berichten. «Die Personen konnten in angemieteten Wohnungen sowie in der Liegenschaft an der Weiernstrasse untergebracht werden», schreibt der Gemeinderat denn auch in seinen gestern veröffentlichen Gemeindenachrichten. Wurden Aadorf Ende 2014 gemäss kantonalem Verteilschlüssel noch 22 Flüchtlinge zugewiesen, waren es Ende vergangenen Jahres deren 31. Neun zusätzliche Menschen also, die in den letzten Wochen in der Gemeinde eingetroffen sind, wie Gemeindepräsident auf Anfrage Matthias Küng bestätigt.

Container verworfen

«Wir haben für sie problemlos Wohnungen gefunden», sagt er. «Davor haben wir uns im Gemeinderat aber intensiv Gedanken darüber gemacht.» So sei auch die Unterbringung in Containern oder in einer Zivilschutzunterkunft diskutiert worden. Erstere wurden indes verworfen, weil sie schlicht sehr teuer sind. Eine Zivilschutzanlage ist keine Option, weil erst für viel Geld die sanitären Einrichtungen für eine Geschlechtertrennung hätten umgebaut werden müssen. Zudem brauchte eine unterirdische Unterkunft zusätzlich einen Aufenthaltsraum mit Tageslicht. Dazu kommt: «Wir wollen keine Ghettoisierung», sagt Küng. «Im Gemeinderat kamen wir deshalb zum Schluss, dass es für die Flüchtlinge einfacher ist, sich zu integrieren, wenn wir sie dezentral unterbringen.» Ein erster Schritt zur Integration ist denn auch bereits getan. «Je nach ihren Möglichkeiten nehmen die Asylbewerber am Beschäftigungsprogramm <Ranunkel> teil», so Küng. «Ich habe mir das vor ein paar Tagen angeschaut und war beeindruckt.» Zwar seien es zu Beginn mehrheitlich einfachere Arbeiten, welche die Flüchtlinge verrichten könnten. Es gebe den Menschen aber eine Beschäftigung, eine Tagesstruktur. Und ein kleines Taschengeld obendrauf. «Wir sind sehr froh darum, dass wir das <Ranunkel> in der Gemeinde haben.» So zieht Küng denn auch – nicht zuletzt wegen der letztlich problemlosen Unterbringung der Flüchtlinge – eine positive Zwischenbilanz. Vom vielbeschworenen «Asylchaos» will er keinesfalls sprechen: «Nein, das haben wir hier wirklich nicht.»

Bettwäsche gesucht

Zuständig für die Betreuung der Flüchtlinge ist die Abteilung Soziale Dienste der Gemeinde Aadorf. Diese habe die Wohnungen «einfach und zweckmässig» eingerichtet, betont der Gemeinderat in den gestrigen Nachrichten. Es werde aber noch Bett- und Frottierwäsche benötigt. «Von einer Solidaritätswelle können wir noch nicht gerade sprechen», sagt Küng. «Aber einzelne Sachen haben wir bereits erhalten, das freut uns riesig.» Nebst der Wäsche seien denn auch weitere Sachspenden willkommen. Kleider, Spielsachen und weiteres können Helferinnen und Helfer auf der Gemeinde abgeben – oder im Brockenhaus des «Ranunkels». Einem guten Zweck dient es so oder so.

Die Sozialen Dienste stehen für Fragen und Anliegen unter 052 368 48 10 zur Verfügung.

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