AADORF: Naturschützer dürfen mitreden

Für Biodiversität und Gewässer im Siedlungsraum interessierten sich auf einer Exkursion 52 Naturfreunde. Die Frühaufsteher mussten ihr Kommen nicht bereuen.

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Die teils noch schlaftrunkenen 52 Augenpaare werden in aller Herrgottsfrühe bald einmal wach, denn ihre Beobachtungskraft ist gefragt. Entlang der Lützelmurg, unweit des Bahnhofs, nimmt Biologin Katja Polachwowski beim ersten Halt eine Wasserprobe. Die Analyse dieser Probe durch Biologe Thomas Haller zeigt, dass genügend Larven vorhanden sind.

Eine Voraussetzung für das Vorkommen der Wasseramsel, nach der Ausschau gehalten wird. Mit Erleichterung wird das Ergebnis über die gute Wasserqualität aufgenommen. Die Bestätigung kommt gleich bachabwärts bei der Grüntalbrücke, wo ein Wasseramselpaar gesichtet wird. Dort befindet sich auch ein Wasseramsel-Nest. Eine weitere Nisthilfe, ebenfalls vom Natur- und Vogelschutzverein Aadorf (NVA) angebracht, erregt bei der Tennisplatzbrücke die Aufmerksamkeit der Betrachter. Sie freuen sich über die Tatsache, dass die Wasseramsel wieder in ihr gewohntes Habitat zurückgekehrt ist.

Die muntere Schar, inzwischen hellwach, bewegt sich gemächlichen Schrittes weiter. Natürlich nicht, ohne den Vogelstimmen zu lauschen, deren Herkunft geübte Ornithologen eindeutig zu bestimmen wissen. Am Schlammweiher beim Schützenhaus stimmen mindestens drei Teichrohrsänger in das Konzert der Vögel ein.

Renaturierung der Kiesgrube dauert drei Jahre

Weiter geht es in Richtung Heidelberg, das zweite Ziel der diesjährigen Exkursion. Man hört Andreas Bieri, dem Präsidenten des NVA, gerne zu, denn er hat sich mit dem Rückbau und der Renaturierung der Kiesgruben in diesem Gebiet intensiv beschäftigt. Mit dem Auffüllen ist bekanntlich die Firma Toggenburger betraut worden.

In zwei bis drei Jahren soll die Renaturierung beendet sein, worauf die Wiesen mehrheitlich extensiv genutzt würden. Zwar wäre ein schnelleres Vorgehen möglich, doch mache es ökologisch und ökonomisch wenig Sinn, den benötigten Aushub von weit her heranzukarren. Der NVA könne sich bei den Bepflanzungen einbringen und darauf tendieren, die Interessen der Vögel, der Insekten und der Fledermäuse wahrzunehmen. Die abgeräumte TKB-Hecke werde an ehemaliger Stelle wieder angepflanzt. An interessanter Stelle soll eine ruderale Steilfläche belassen werden. Roman Engeler, Präsident der Bürgergemeinde Aadorf, signalisierte sogar, dass sich der NVA selbst nach der Renaturierung noch einbringen könne, so hinsichtlich Pflege und eines Leistungsauftrages.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch