AADORF: Kleine Fussballcracks in Blau

Im Fussballcamp üben 160 Kinder und Jugendliche den professionellen Umgang mit dem Ball. Auch in der zwölften Auflage des Kurses setzt sich der Trend zu jüngeren Teilnehmern fort.

Kurt Lichtensteiger
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Besser als Schule: Teilnehmer des Aadorfer Fussballcamps vergnügen sich auf dem Fussballplatz Unterwiesen. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Besser als Schule: Teilnehmer des Aadorfer Fussballcamps vergnügen sich auf dem Fussballplatz Unterwiesen. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Auf ihren blauen Leibchen prangen grosse Rückennummern, darüber ihre Vornamen. In Hosen, die bis über die Knie reichen, jagen die 5- bis 15-jährigen Buben und Mädchen den Bällen nach. Die Kids kommen aus dem gesamten Kanton Thurgau und dem Kanton St. Gallen, nicht aber aus dem grenznahen Kanton Zürich, wo die Ferien noch nicht begonnen haben.

Deshalb – und weil gleichzeitig auch das Pfarreilager stattfindet – hält sich heuer die Teilnehmerzahl in Grenzen. In Aadorf sind es während der ersten Ferienwoche rund 160 Kinder, die ihre Spielfreude ausdrücken. Ein Eindruck, der selbst aussenstehende Betrachter immer wieder ins Staunen versetzt. Nicht nur das, sondern auch die Art und Weise, wie es gelingt, die wilde Horde zu bändigen. Musik und klare Durchsagen über den Lautsprecher sind dazu hilfreiche Elemente, worüber sich allerdings einige Anwohner beklagen.

Teilnehmerzahl vervierfacht

Leader des sogenannten «Axpo Fussball- und Erlebniscamps» ist Bernd Voss. Der Deutsche ist mehr als nur sportlicher Leiter, sondern übt die Rolle als Dompteur, Showmaster, Comedian, Zampano und Vaterfigur aus, was ihn zum Liebling aller macht. Der sechsjährige Münchwilener Pascal Eggmann bezeichnet ihn gar als «halben» Papi».

Dabei zählt Voss auf 15 Trainerinnen und Trainer, überwiegend aus dem nördlichen Nachbarland. Gleichzeitig findet auch noch ein Camp in Vaduz und Rheinfelden statt. «Vor 16 Jahren, als ich mit der Leitung begonnen habe, waren es jährlich 1100 Kinder. Heute ist die Teilnehmerzahl auf 4600 gestiegen. Dabei zeichnet sich ein Trend zu jüngeren Jahrgängen ab», sagt Voss. Ein Blick über die Fussballfelder «Unterwiesen» bestätigt diese Aussage.

Der Hort, wo Kinder von 10 Uhr bis 18 Uhr bestens aufgehoben sind, kostet die Eltern rund 300 Franken. Zur Betreuung kommen Verpflegung sowie eine komplette Ausrüstung mit Leibchen, Hosen, Stulpen, Trinkflasche und einem Ball hinzu. Für gute Leistungen gibt es Pokale und Diplome zu gewinnen.

Einst Teilnehmer, jetzt Trainer

Operativer Leiter ist der einstige Nationaltorwart und Ex-GC-Goalie Stefan Huber, der neben den Teilnehmenden die 37 involvierten Trainerinnen und Trainer administriert. Zum achten Mal nimmt der 16-jährige Aadorfer Fabio Hasler teil, zum dritten Mal in der Rolle als Trainer. «Einen besseren Ferienjob, als einsatzfreudige Kinder zu trainieren, gibt es nicht», sagt der Absolvent der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen und Fussballer der U18 des FC Winterthur. «Es macht Spass und ist lukrativ. Die Kinder profitieren von mir und ich von ihnen. Was ich als Teilnehmer gelernt habe, versuche ich weiterzugeben.»

Fabienne Nick aus Münchwilen ist eine der nur drei Teilnehmerinnen. Weshalb es dieses Jahr so wenige Mädchen sind, lässt sich nicht erklären. «Ich bin zum vierten Mal hier, und es hat mir immer besser gefallen. Ich werde von den Buben voll akzeptiert, was ich besonders schätze. Es ist mein Ziel, etwas Neues dazuzulernen und so lange wie möglich Fussball zu spielen», sagt die 15-jährige Spielerin, die es bereits in die St. Galler Auswahl geschafft hat.