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AADORF: Gepfefferte Politsatire aus dem hohen Norden

Die «Leipziger Pfeffermühle» warf mit ihrem Programm «da capo» im gutgefüllten Kleinkunstsaal ein Licht auf die deutsche Politlandschaft. Ihre Witze trafen die Mächtigen – und den Nerv des Publikums.
Burkhard Damrau und Dieter Richter boten Kabarett im Aadorfer Kleinkunstsaal. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Burkhard Damrau und Dieter Richter boten Kabarett im Aadorfer Kleinkunstsaal. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Pascal Mettler vom Kulturveranstalter «Gong» hat bei einem Besuch in Leipzig seine Kontakte zu den beiden Protagonisten der «Leipziger Pfeffermühle», Burkhard Damrau und Dieter Richter, spielen lassen. Der Einladung sind die beiden Sachsen am Freitagabend gerne gefolgt. In Aadorf fanden sie ein Publikum vor, dem die deutsche Politik nicht fremd zu sein schien. Dies erwies sich als Vorteil, wollte man die Politsatire mit all den Anspielungen, den giftigen Seitenhieben und den ironischen Bemerkungen bis ins letzte Detail verstehen. Das ungewohnte Redetempo, meist in Standardsprache, gespickt mit sächsischen Ausdrücken, erforderte zusätzliche Aufmerksamkeit. Doch die geballte Ladung kam an, ganz zum Gaudi der 50 Zuhörerinnen und Zuhörer.

Witze gehen immer auf die Kosten von jemandem, es muss nur die Richtigen treffen, nämlich die Mächtigen. Explizit auf den Mann oder die Frau gespielt wurde zwar kaum; vielmehr war es in den meisten Fällen die Regierung, die ihr Fett wegbekam. So etwa mit ihrer Rentenversicherung: «Gibt es die überhaupt? Und wie lange?» So bleibt nur: Rentenlos streben nach einem Rentenlos. Und was das Alter betrifft: «Was hoch geht, muss wieder runter.» Ist die Rente eine Senildienstleistung, so ist die aktive Sterbeversicherung eine Pflegeversicherung. «Die Alten sind die Zukunft Deutschlands, aber auf uns hört keiner.»

Besucherin Romi Kühn war als Norddeutsche von der Performance besonders angetan: «Ich habe das legendäre Kabarett schon vor Jahren gesehen. Typisch deutsche Probleme werden schonungslos angesprochen. Es war hervorragend gespielt», sagte die Aadorferin.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

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