AADORF: Für Auge, Herz und Ohr

Der Kulturveranstalter Gong hat mit dem Auftritt der «grellen Frischzellen» den Nagel einmal mehr auf den Kopf getroffen. Auch bei der zweiten Aufführung war der Kleinkunstsaal früh ausverkauft.

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Das weibliche Ensemble bringt frischen Wind auf die Bühne. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Das weibliche Ensemble bringt frischen Wind auf die Bühne. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Schon vor drei Jahren hatten die vier Damen mit ihrer Music-Comedy-Show eingeschlagen und in der Folge an verschiedenen Anlässen in der Region auftreten dürfen. Mit ihrem neuen Programm «Aufgefrischt» eroberten sie am vergangenen Freitagabend erneut die Herzen der rund 140 Zuhörer.

Das illustre Quartett setzt sich aus den profanen Namen Fränzi, Rosa, Brischitt und der Aadorferin Cindy zusammen, Letztere mit bürgerlichem Namen Anita Ledermann. So unterschiedlich das Ensemble hinsichtlich Physiognomie, Ausstrahlung, Temperament und Stimmlagen wirkte, so überraschend gut schien es auf der Bühne zu harmonieren. Die Einheit in der Vielfalt ist wohl auch das Verdienst des Regisseurs Stefan Camenzind, der aus den Frauen, die alle noch einen Beruf ausüben, erstaunliche Effekte herausholte. In manchen Teilen grenzte deren Auftritt gar nahe der Professionalität. Ihr erweitertes und «geliftetes» Repertoire, gefällig arrangiert, ragte weit über ein Remake heraus. Geblieben sind die Frivolitäten und das gesanglich höchst beachtliche Niveau. Die Frauen zündeten mit gekonnten Wortspielen sowie ­zynischen und persiflierenden Reimen. Kompositionen und Texte sollen sie teils gemeinsam verfasst haben. Dabei verfremdeten sie bekannte Melodien wie «Rote Lippen soll man küssen» oder «Ein knallrotes Gummiboot» mit Sprachwitz oder liessen beim Texten ihrer eigenen Eingebung freien Lauf. Die Parodien sassen, ohne dass Zweideutigkeiten anzüglich wirkten. Im «Wellness-Hotel zur frischen Zelle» konnten sie sich ausleben und über seichte Themen fabulieren wie über Lifting, Wandern, Meditation, Hygiene oder Singlewochen. Dabei – und das ist nicht unwichtig – konnten sie sich auch über sich selber lustig machen.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch