AADORF: Ein sehr positives Fazit

Seit mittlerweile einem Jahr gehen die Asylsuchenden in der Gemeinde einer geregelten Beschäftigung nach.

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Aadorfer Asylsuchende bei der Arbeit im Freien. (Bild: PD)

Aadorfer Asylsuchende bei der Arbeit im Freien. (Bild: PD)

Die Männer befreien die öffentlichen Wege der Gemeinde von Abfall und Laub und dämmen im Wald Neophyten ein. Die Frauen kochen ihnen unter Anleitung von Mitgliedern der Freikirche Chrischona das Mittagessen und arbeiten beim monatlich stattfindenden Mittagstisch der katholischen Kirche mit. Seit dem Oktober im letzten Jahr organisieren die Sozialen Dienste der Gemeinde Aadorf ein Programm, um die Asylsuchenden in der Gemeinde regelmässig zu beschäftigen.

Das oberste Ziel dieses Programms ist die Integration der Flüchtlinge. Die Beschäftigung gibt ihnen zudem eine geregelte Tagesstruktur. «Durch die Arbeit wissen die Asylsuchenden, wofür sie am Morgen aufstehen. Und sie merken, dass sie gebraucht werden», sagt Gemeindepräsident Matthias Küng.

«Kann es jeder Gemeinde empfehlen»

Zu Beginn seien nicht alle Asylsuchenden der Arbeit mit Freude begegnet, sagt der zuständige Gemeinderat Urs Thalmann. «Mittlerweile haben sie aber verstanden, dass es sich dabei um ein Geben und Nehmen handelt.» Nach einem Jahr fällt das Fazit insgesamt sehr positiv aus. «Ich kann ein solches Programm jeder Gemeinde empfehlen. Es ist zwar mit viel Arbeit verbunden, aber unter dem Strich lohnt es sich», so Thalmann. Auch aus der Bevölkerung seien viele gute Rückmeldungen zu hören.

Durch die Beschäftigung können den Flüchtlingen hiesige Umgangsformen und Werte, wie beispielsweise die Pünktlichkeit oder der gegenseitige Respekt, vermittelt werden. «Die Arbeit trägt auch dazu bei, dass sie viele Dinge zu verstehen lernen, die für uns selbstverständlich sind», sagt Thalmann. Die Asylsu­chenden besuchen regelmässig Deutschkurse. Mittlerweile spornen sie sich dabei gegenseitig an und helfen einander, wie Thalmann feststellt. «Die Lehrerinnen machen ihren Job auch genial, mit grossem Einsatz», sagt er.

Viele freiwillige Helfer unterstützen die Sozialen Dienste, indem sie die Asylsuchenden bei ihren Arbeitseinsätzen betreuen.

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch