AADORF: Die Steuern steigen nun doch nicht

22 Millionen lassen sich die Stimmbürger ihre Sport- und Freizeitanlagen kosten. Dafür müssten sie eigentlich tiefer in die Tasche greifen.

Olaf Kühne
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AADORF. Aadorfer Steuerzahler dürfen sich freuen. Ihr Portemonnaie wird kommendes Jahr zwar nicht geschont, aber auch nicht so arg geleert, wie einst vorgesehen.

Im Mai 2013 bewilligten die Aadorfer Stimmbürger an der Urne einen 22-Millionen-Kredit für Neubauten und Sanierungen ihrer Sport- und Freizeitanlagen. Bereits vier Monate zuvor hatte damals die Gemeindeversammlung die Erhöhung des Steuerfusses um vier Prozentpunkte diskussionslos durchgewinkt. Weiter sah die Abstimmungsbotschaft zum damaligen Urnengang vor, dass zur Finanzierung des Generationenprojektes der Steuerfuss in den Folgejahren kontinuierlich ansteigen soll: von 55 Prozent im 2014 auf 58 Prozent im 2015 und für das kommende Jahr gar auf 61 Prozent. Dieser Finanzplan war zwar nicht Teil der Abstimmungsvorlage, wurde seitens des Gemeinderates und des damaligen Gemeindeammanns Bruno Lüscher aber immer klar kommuniziert.

Schon vor zwei Jahren stellten sich Aadorfs Finanzen dann besser dar, als einst prognostiziert. Lüscher konnte folglich an seiner letzten Gemeindeversammlung eine geringere Steuererhöhung, auf die derzeitigen 57 Prozent anstelle der einst in Aussicht gestellten 58 Prozent, beantragen.

Nun kann auch sein Nachfolger, Gemeindepräsident Matthias Küng, entspannt auf die kommende Gemeindeversammlung blicken. Der Gemeinderat will gänzlich auf die im Finanzplan vorgesehene Steuererhöhung um zwei Prozentpunkte verzichten.

Erster Budgetentwurf mit einer Million Defizit

Zwar ging ein erster Budgetentwurf für 2017 noch von einem Defizit von fast einer Million Franken aus. «Darin waren noch viele Wünsche enthalten», sagt Küng. Jeder Gemeinderat hätte dann in seinem Zuständigkeitsbereich den Rotstift angesetzt. Dabei sei man nicht auf die ganz grossen Beträge gestossen, die man noch einsparen könnte. «Es war die sprichwörtliche Detailarbeit», sagt Küng. «Jedes Ressort musste Federn lassen.» Geblieben ist ein Verlust von 215 000 Franken; in einem 20-Millionen-Haushalt ein überschaubarer Betrag.

«Ich bin kein Freund davon, möglichst pessimistisch zu budgetieren, nur um dann beim Rechnungsabschluss um so besser dazustehen», sagt Küng. Tatsächlich rechnet der Gemeinderat auch für das kommende Jahr, entgegen anderslautenden Wirtschaftsprognosen, mit weiterhin leicht steigenden Steuereinnahmen. All zu optimistisch wollte die Behörde dann aber doch nicht ans Werk gehen: Bei den Sozialkosten stehen 130 000 Franken mehr im Budget.

Gemeindeversammlung Aadorf, Montag, 5. Dezember, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum

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