AADORF: Die Ruine verschwindet

Elf Wohnungen anstelle einer Pizzeria. Über zwei Jahre nach dem Brand ist klar, wie es mit dem «Barone» weitergeht.

Kurt Lichtensteiger
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Am 6. Januar 2016 zerstörte ein Brand die Pizzeria Barone. Rund hundert Feuerwehrleute standen im Einsatz. (Bild: Olaf Kühne)

Am 6. Januar 2016 zerstörte ein Brand die Pizzeria Barone. Rund hundert Feuerwehrleute standen im Einsatz. (Bild: Olaf Kühne)

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. «Nun endlich bewegt sich etwas an der Aadorfer Hauptstrasse», teilt Grundstückbesitzer Enver Jashari mit. An der Stelle der ehemaligen Pizzeria Barone ist ein Baugesuch für die Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit elf Zweieinhalb- bis Viereinhalb-Zimmerwohnungen bei der Gemeinde eingereicht worden. Die Bauvisiere werden derzeit errichtet.

Das dreistöckige Gebäude mit einem Investitionsvolumen von rund 4,2 Millionen Franken kommt auf einer Parzelle von 739 Quadratmetern zu stehen. Der ehemalige Falkensaal soll im Projekt zur Ergänzung des Ortsbildes wieder aufgebaut werden. Zu den Mietwohnungen mit Eigentumsstandard kommen 18 Tiefgaragen-Parkplätze.

Baubeginn im Sommer vorgesehen

Für die Ausführung ist die LP-Architektur aus Islikon zuständig. Dem Anliegen, einen freundlich gestalteten Innenhof zu erstellen, konnte durch die WMG-Gartenarchitektur in Kreuzlingen Rechnung getragen werden. Dies nicht zuletzt dank der Unterstützung der Nachbarschaft, der Gemeinde Aadorf und der Kantonalen Denkmalpflege. Läuft nach sorgfältig getätigten Abklärungen nun alles wie geplant, so dürfte einem Baubeginn im kommenden Sommer und einer Fertigstellung ein Jahr später nichts mehr im Wege stehen. Es ist kaum zu erwarten, dass Einsprachen zu einer Verzögerung führen.

Für Bauherr Enver Jashari, den Gründer der Restaurants Barone in Aadorf, Frauenfeld und Seuzach, ist der Brand des Aadorfer «Barone» vom 6. Januar 2016 zu einem Trauma geworden. Nach wie vor ist ungeklärt, aus welchem Grund das Feuer ausgebrochen ist. Der Fall ist jedoch abgeschlossen. Neben dem Totalschaden am Gebäude musste der Geschädigte auch noch die zwei Jahre zuvor getätigte grössere Investition in den Garten beklagen. «Nicht nur meine finanziellen Investitionen sind zerstört worden, sondern auch viele schöne Erinnerungen sowie der Verlust von Kundschaft und von Arbeitskräften. Die Verarbeitung war emotional schwierig», sagt Enver Jashari. Während Jahren hat er viel Herzblut in das Restaurant gesteckt, das in der Bevölkerung breite Akzeptanz gefunden hatte.

Architekt ist treuer Kunde

Nun möchte Enver Jashari mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Der Abschied von seinem Restaurant sei ihm jedoch nicht leicht gefallen. Ausschlaggebend für den Entscheid, ein Mehrfamilienhaus zu erstellen, seien eine Machbarkeitsstudie sowie Abklärungen mit der Gemeinde und der Denkmalpflege gewesen. Ebenso die Unterstützung von Architekt Adolf Langhans, einem langjährigen Kunden.

Schliesslich seien finanzielle Überlegungen ein Faktor gewesen. Mit Unterstützung der Bank und der Kantonalen Gebäudeversicherung sei nun ein zukunftsträchtiges Projekt auf dem besten Weg, verwirklicht zu werden.