AADORF: Die Monarchie lebt

Zum elften Mal präsentierten sich bekanntere und weniger bekannte Künstler am Kleinkunstfestival «Die Krönung». Moderatoren des zweitägigen Anlasses waren Dominic Deville und Barbara Hutzenlaub.

Christoph Heer
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Moderator Dominic Deville krönt das Duo BlöZinger aus Österreich (kniend und rechts) zu den Königen der Kleinkunstszene. (Bild: che)

Moderator Dominic Deville krönt das Duo BlöZinger aus Österreich (kniend und rechts) zu den Königen der Kleinkunstszene. (Bild: che)

Christoph Heer

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Demokratie ade, es lebe die Monarchie. Das Kleinkunstfestival «Die Krönung» zog am Freitag- und am Samstagabend wiederum über 600 Besucher in seinen Bann. An beiden Tagen wählte das Publikum nämlich nicht nur den König oder die Königin, gleichwohl ernannte es die anderen Teilnehmer zu Scharfrichter, Burgfräulein, Herzog, Barde, Hofnarr, Prinz oder Gräfin.

16 nationale und internationale Neuentdeckungen stellten sich der Wahl, indem sie sich während 20 Minuten dem Publikum präsentierten. Auf eine Art waren sie allesamt Könige der Aadorfer Krönung, denn jeder und jede gab Vollgas auf der Bühne. Während sich etwa die A-cappella-Formation Amasing auf der gesanglichen Ebene präsentierte, wollten Valsecchi und Nater mit ihrer Darbietung aus dem Segment des Musicalcabarets punkten. Eines gelang den beiden Formationen – wie überhaupt allen anderen auch: Sie boten dem Publikum vom Feinsten. Zwischen den Darbietungen übernahm Moderator Dominic Deville, selber schon als König der Krönung auserwählt, das Zepter und wusste am Freitagabend haargenau, was es braucht, um dem Ganzen eine besondere, humorgeladene Note zu verleihen. «Eines steht fest, Aadorf hat sich in der Kleinstkunstszene schon längst einen hervorragenden Namen gemacht», eröffnete Deville den Abend. Grosse Worte eines mittlerweile äusserst erfolgreichen Entertainers und Moderators.

Comedian Stefan Büsser musste leider seinen Auftritt absagen. Kurzfristig konnte aber in Charles Nguela ein Ersatz engagiert werden, der nichts schuldig blieb. Nguela, der sich selber als «optimal Pigmentierter» betitelt, wusste mit frechem Slapstick und würziger Stand-up-Comedy zu überzeugen. Büsser wurde so zwar nicht vergessen gemacht, aber zumindest gleichwertig ersetzt.

Als Sprungbrett für Künstler gedacht

«Und genau das ist immer wieder eine ganz grosse Herausforderung», sagte Pascal Mettler. Der Kulturveranstalter erklärte, dass die Verpflichtung von Künstlern bis ins Detail geplant wird, «denn wir wollen wiederkehrend einen guten Mix aus den unterschiedlichsten Sparten der Kleinkunstszene miteinander vereinbaren.» Dass die Veranstalter in diesem Jahr wiederum richtig lagen, zeigten die unzähligen positiven und wohlwollenden Gesten des Publikums. Darin befanden sich im Übrigen pro Abend auch 20 bis 30 Veranstalter.

«Die Krönung» sei seit der Gründung nämlich als Sprungbrett für die Künstler gedacht, sagte Mettler. Hörte man sich gleichzeitig bei den Künstlern selbst um, wurde nicht mit Superlativen gespart. «Grossartig» (Mäc Haerder), «majestätisch und fabelhaft» (Valsecchi und Nater), oder «amüsant, ehrlich und zum Tränenlachen» (Irina Bard, Amasing) um nur einige zu nennen.

Das Publikum bestimmte täglich einen König mittels Wahlzettel. Dementsprechend wurden in Aadorf zwei Kleinkunstkönige und ihr entsprechender Hofstaat gewählt.

Zu Königen wurden am Freitag die Cabaret-Clowns BlöZinger aus Österreich und am Samstag das Schweizer Poetry-Slam-Kabarett-Duo Dominik Muheim & Sanjiv Channa erkoren.

Weitere Infos unter www.die-kroenung.ch

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