AADORF: Der Schulprofi

Schulpräsident Martin Köstli tritt am 12. Februar zur Wiederwahl an. Der 62-Jährige blickt auf eine erfolgreiche Legislatur zurück – und will auch in Zukunft für Kontinuität sorgen.

Olaf Kühne
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Seit vier Jahren sein Arbeitsort: Schulpräsident Martin Köstli vor der Schulverwaltung. (Bild: Olaf Kühne)

Seit vier Jahren sein Arbeitsort: Schulpräsident Martin Köstli vor der Schulverwaltung. (Bild: Olaf Kühne)

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch

30 Jahre Primarlehrer in Guntershausen, Schulleiter in Braunau, Schulpräsident in Aadorf, Vater, Grossvater – Martin Köstli kennt unser Schulsystem aus allen erdenklichen Perspektiven.

Dieser fachliche «Rucksack» half dem heute 62-Jährigen auch, vor nunmehr vier Jahren in das politische Amt des Schulpräsidenten einzusteigen. Entsprechend positiv blickt Köstli auf seine erste Legislatur zurück. Auf die Frage nach den Höhepunkten benennt er spontan diverse Bauprojekte. Das erste, den Kindergarten Aadorf, konnte er noch von seinem Vorgänger Peter Zweidler «erben».

Gänzlich unter Köstlis Ägide fällt hingegen der Umbau der vormaligen Turnhallen Löhracker Ost. 2015 brachten er und seine Behörde beim Stimmvolk das Fünf-Millionen-Projekt durch, die aufgrund der neuen Dreifachsporthalle nicht mehr benötigten Turnhallen gänzlich umzubauen und dort unter anderem Schulküchen und Klassenzimmer unterzubringen. «Der Bau läuft gut und wird im Sommer bezugsbereit sein», sagt Köstli. Und bereits steht das nächste Vorhaben an: Die Sanierung des Schulhauses Ettenhausen bewilligten die Aadorfer im vergangenen November.

Sämtliche Anträge bewilligt

Überhaupt scheinen die Aadorfer Stimmbürger mit der Arbeit der amtierenden – und in corpore wieder antretenden – Behörde zufrieden zu sein. «Wir erhielten in der auslaufenden Legislatur sämtliche Anträge bewilligt», sagt Köstli. «Dieses Vertrauen freut uns natürlich sehr.»

Die fünf Bisherigen bestreiten den Wahlkampf denn auch gleich gemeinsam. Mit einem Flyer in alle Haushalte werben Martin Köstli, Sandra Gansner Lienau, Nino Heider, Astrid Keller und Andreas Spring für «Kontinuität». Dies sei nicht einfach ein hohles Schlagwort, betont Köstli. «Gemäss meinen Erfahrungen benötigt ein Neuer rund zwei Jahre, um sich in die komplexe Materie einzuarbeiten», sagt er – und da alle Bisherigen schon mindestens eine Legislatur im Amt sind: «Wir sind ein sehr gut eingespieltes Team.»

Erfolgreich zu Ende bringen, konnte Köstli ein weiteres Projekt seines Vorgängers. «Die Einführung des sogenannten schülerzentrierten Lernens war ein sechsjähriges Projekt», sagt der Schulpräsident. «Davon profitieren wir jetzt bei der Einführung des neuen Lehrplanes.» Letzterer wird die Schulen während der kommenden vier Jahre beschäftigen, just zum Ende der Legislatur 2021 soll er fertig eingeführt sein. Zu diesem Zeitpunkt will auch Köstli in den Ruhestand treten. «Ich hoffe, in vier Jahren eine möglichst gut funktionierende Schule und Verwaltung meiner Nachfolge übergeben zu können.» Ziel der kommenden Legislatur sei auch, die Finanzen im Griff zu behalten. «Während der letzten vier Jahre konnten wir den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte senken», sagt Köstli. «Das Ziel für die nächsten vier Jahre ist, ihn halten zu können.» Dies trotz eines derzeit strukturellen Defizits. «Wir haben immer noch ein gutes Eigenkapital, das wir mindern können.»

Elternmitwirkung flächendeckend eingeführt

Überhaupt scheint es eine Devise der Aadorfer Schulbehörde zu sein, das Erreichte zu pflegen und weiter darauf aufzubauen. So berichtet Köstli von der guten Kommunikation allerorten. «Wir konnten an allen Schulstandorten in der ganzen Gemeinde die Elternmitwirkung einführen.» Zudem habe die kantonale Schulevaluation 2014 gezeigt, dass Aadorfer Eltern mit der Kommunikation von Schule und Behörde zufrieden seien – wie überhaupt die Evaluation der Volksschulgemeinde Aadorf ein sehr gutes Zeugnis ausstellte.

In Sachen Kommunikation lobt Köstli auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Politischen Gemeinde, genauso wie mit den benachbarten Schulgemeinden und dem lokalen Gewerbeverein. Letzterer organisierte just vergangene Woche für Zweit- und Drittsekschüler eine Tischmesse zur Berufswahl.

Entsprechend zuversichtlich kann Martin Köstli dem 12. Februar entgegensehen. Die Ortsparteien verzichteten gar, trotz eines Herausforderers, auf die Veranstaltung eines Podiums. Auch sie scheinen mit der Arbeit der Aadorfer Schulbehörde und somit mit Martin Köstli zufrieden zu sein.