AADORF: Der Mops kann wieder fliegen

Der Natur- und Vogelschutzverein Aadorf hat am Wochenende verschiedene Pflanzen am Haselbach gesetzt. So soll die Artenvielfalt verbessert werden. Und Fledermäuse brauchen solche Strukturen.

Kurt Lichtensteiger
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Revierförster Jonas Sollberger leitet das Projekt am Haselbach. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Revierförster Jonas Sollberger leitet das Projekt am Haselbach. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

AADORF. Der Haselbach ist wie der Rütelibach ein Gewässer, das sich vom Haselberg in nördlicher Richtung gegen den Dorfteil Ettenhausen ergiesst. Die einst eingedolten Wasserläufe sorgten in früheren Jahren im Siedlungsgebiet nach Starkniederschlägen nicht selten für Überschwemmungsgefahr. Mit der Offenlegung und Umleitung in den Tänikoner-Weiher, der sozusagen als Auffangbecken dient, konnte Abhilfe geschaffen werden. Gleichzeitig wurde damit der Natur ein Lebensraum zurückgegeben und ein Beitrag zur Biodiversität geleistet. An der Renaturierung dürften sich Mensch und Tier erfreuen.

Feldahorne und wilde Kirschen

Der Natur- und Vogelschutzverein Aadorf nutzte den vergangen Samstagnachmittag zu einem Einsatz längs des Haselbachs südlich von Tänikon. Der Zeitpunkt war nicht zufällig gewählt worden, deklarierte der Naturschutz das Wochenende doch mit dem Slogan «Festival der Natur», wie Präsident Andreas Bieri sagte. So fanden sich ein gutes Dutzend Vereinsmitglieder, Frauen, Männer und auch ein Kind, zu einer Pflanzaktion ein. Diese stand unter der Leitung von Jonas Sollberger, Förster der Forstrevierkörperschaft Aadorf-Tänikon. «Insgesamt sind am heutigen Tag entlang des Haselbaches, der im letzten Jahr auf rund 200 Meter offengelegt worden war, 125 Feldahorne, Weiden, wilde Kirschen und verschiedene Sträucher gepflanzt worden», sagte Sollberger.

Die Fledermäuse freut's

Vor Ort war auch Thomas Haller, lokaler Fledermausschützer aus Guntershausen. «Seltene Fledermausarten fliegen nicht über ein freies Feld. Sie brauchen Hecken, Baumreihen und Landschaftsstrukturen, um sich zu orientieren und zwischen zwei Lebensräumen eine Verbindung zu haben. Mit der Bepflanzung am Haselbach konnte diese Verbindung für die Wasser- und die seltene Mopsfledermaus zum Tänikoner-Weiher und darüber hinaus bis zur Lützelmurg geschaffen werden», sagte der Umweltwissenschafter, der mit Schaufel und Pickel ebenso gut umzugehen weiss wie mit der nächtlichen Beobachtung von Fledermäusen.