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AADORF: Der gebeutelte Bach ist wieder sauber

Schüler aus fünf Klassen stiegen mit Lehrern und Fischern in die Lützelmurg. Auf einer Länge von sieben Kilometern befreiten sie das Gewässer von allerlei Unrat.
Durchnässte Schüler posieren mit Lehrer Urs Kressibucher in der Lützelmurg. (Bild: PD)

Durchnässte Schüler posieren mit Lehrer Urs Kressibucher in der Lützelmurg. (Bild: PD)

Eine schöne Abwechslung zum Klassenzimmer: Die Bachputzete der Aadorfer Schüler findet alle zwei Jahre statt und wird vom Aadorfer Fischpachtverein Lützelmurg II unter Obmann Jan van Rooijen organisiert.

Ihm zur Seite standen vier Fischpächter, ausgerüstet mit Watstiefeln, Seilen und genügend Kehrichtsäcken. Die 94 Schülerinnen und Schüler ihrerseits brachten nicht nur viel guten Willen, Einsatzfreude und Begeisterungsfähigkeit mit, wie sich im Verlaufe des gut zweieinhalbstündigen Arbeitseinsatzes zeigen sollte. Für sie bedeutete der Nachmittag die eingangs erwähnte willkommene Abwechslung zum schulischen Alltag. Zweifellos hatten sie bei ihrer Teamarbeit auch eine ganze Menge Spass, dem sie hörbar Ausdruck verliehen. Am Ende präsentierten sie mit Stolz all den Unrat, ausgestellt an den verschiedenen Deponieplätzen. Zum üblichen Sammelgut, so Blech, Alteisen, Glas, Tennisbälle, Aludosen und auffallend viel Plastikabfall, gesellten sich gar noch zwei Einkaufswagen.

Folgenschwere Verschmutzung

Über den pädagogischen Nutzen hinaus entpuppte sich der Nachmittag auch als eindrückliche Lehrstunde: Unter fachmännischer Anleitung erhielten die Jugendlichen nämlich Einblick in das fragile Ökosystem Bach, das bekanntlich auf den ersten beiden Kilometern infolge einer Verschmutzung arg aus dem Gleichgewicht gekommen ist.

Während sich die Jugendlichen bei ihren Deponieplätzen bereits über den von der Politischen Gemeinde gespendeten Imbiss mit Getränk freuten und sich der Werkhof an das Einsammeln des Fundus machte, blendete Jan van Rooijen auf die ­erschütternde Gewässerverschmutzung zurück: «In den sieben Tagen vom 25. Dezember bis 1. Januar sind rund 10000 Kubikmeter ungeklärtes Abwasser in die Lützelmurg geflossen.» Und dies in einer ausgesprochenen Trockenperiode. «Auf dem Abschnitt von zwei Kilometern bis zur Kläranlage ist der Fischbestand, namentlich Forellen und Groppen, zu 80 Prozent vernichtet worden, ebenso Edelkrebse und Kleinlebewesen. Inzwischen sind vom kantonalen Fischereiaufseher 1300 Vorsömmerlinge (junge Forellen) neu eingesetzt worden.» Die verursachten Kosten würden von der Versicherung übernommen, die Renaturierung von Bund, Kanton und Gemeinde. «Bis aber der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt ist, wird es noch Jahre dauern», versicherte Jan van Rooijen.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

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