AADORF: Das nächste Defizit steht an

Die Schulgemeindeversammlung will nichts von einer Steuersenkung wissen. Den entsprechenden Antrag eines Stimmbürgers schickt sie klar bachab.

Kurt Lichtensteiger
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Die Behörde der Volksschulgemeinde Aadorf an der Versammlung vom Mittwochabend. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Die Behörde der Volksschulgemeinde Aadorf an der Versammlung vom Mittwochabend. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Von tiefrot zu hellrot: Ging das Budget der Volksschulgemeinde Aadorf für das laufende Jahr noch von einem Defizit von 573000 Franken aus, dürfte das Resultat nun um bis zu 500000 Franken besser ausfallen. Dies gemäss der Hochrechnung des Abschlusses 2016, den Finanzchef Markus Büsser der Schulgemeindeversammlung am Mittwochabend präsentierte. Das Budget 2017 rechnet ebenfalls mit einem Verlust. Minus 233000 Franken steht unter dem Strich. Dank der nach wie vor guten Eigenkapitalbasis könne dieses negative Resultat aber verantwortet werden und entspreche der langfristigen Planung eines Abbaus an Eigenkapital, so Büsser.

Diese Gegebenheiten und ein im Vorfeld erschienener Leserbrief liessen vermuten, dass sich ein Stimmbürger aus den Reihen der lediglich 73 Anwesenden vom Sitz erheben würde. Der Votant plädierte dafür, etwas mutiger zu sein. Nicht nur bei einem Appell beliess es hingegen ein weiterer Stimmbürger. Er stellte den Antrag, den Steuerfuss von 96 auf 94 Prozent zu reduzieren. Bei offener Abstimmung wurde dieser mit 56 zu 12 Stimmen deutlich abgelehnt. Schulpräsident Martin Köstli gab jedoch das Versprechen ab, die Entwicklung zu verfolgen und nächstes Jahr eine Anpassung wieder zu prüfen. Grossmehrheitlich genehmigt wurde der Voranschlag 2017.

Nach der Genehmigung des Budgets folgten zahlreiche Informationen aus den Ressorts. Zu den Gesamterneuerungswahlen vom 12. Februar treten alle Mitglieder der Schulbehörde wieder an. Zudem kandidiert neu Ria Stacher. Zum Einbruch ins Sekundarschulgebäude im vergangenen August (unsere Zeitung berichtete) und den dabei gestohlenen Tablet-Computer sagte der Informatik-Verantwortliche Andreas Spring: «Die Geräte wurden teils in Gewässern gefunden und standen nie im Einsatz.» Dies wäre auch nicht möglich gewesen, denn die iPads sind registriert.

Ein Stimmbürger wunderte sich, dass für den neuen Kindergarten schon nach drei Jahren ein weiterer Raum benötigt werde. Die steigende Schülerzahl würde eine zusätzliche Klasse nötig machen, hiess es. Total werden in der Volksschulgemeinde Aadorf 953 Kinder unterrichtet. Gemäss Liegenschaftenvorsteher Nino Heider sind bei der Umnutzung der alten Turnhallen Löhracker Überraschungen nicht ausgeblieben: Asbest musste beseitigt werden, auch gab es Probleme mit dem Unterboden.

Begann die fast 90minütige Versammlung mit einem Flötenkonzert der Musikschule Aadorf bereits besinnlich, endete sie ebenso: mit dem Gedenken an zwei Verstorbene, nämlich an den langjährigen Berichterstatter René Lutz und an den fleissigsten und aufmerksamen Versammlungsbesucher Max Keller.