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AADORF: Das grosse Aufräumen

Ein erneuter Eclat an der Versammlung der Kabelnetz-Genossenschaft Agla blieb aus, nicht aber ein Rekordaufmarsch der Genossenschafter. Sie wählten Hans-Peter Meier zu ihrem neuen Präsidenten.
Kurt Lichtensteiger
Der neu zusammengesetzte Agla-Vorstand präsentiert sich nach der ausserordentlichen Generalversammlung: Michele Sax, Daniel Maier, Monika Luchsinger, Careen Biefer, Präsident Hans-Peter Meier und Roger Weilenmann. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Der neu zusammengesetzte Agla-Vorstand präsentiert sich nach der ausserordentlichen Generalversammlung: Michele Sax, Daniel Maier, Monika Luchsinger, Careen Biefer, Präsident Hans-Peter Meier und Roger Weilenmann. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Bevor sich die Versammlungsteilnehmenden im kleinen Saal des Gemeindezentrums setzen konnten, mussten sie sich einem minutiös vorbereiteten Eintrittsprozedere unterziehen. Damit sollte offensichtlich eine Auseinandersetzung um die Stimmberechtigung verhindert werden, woran die GV der Agla am 19.April dieses Jahres bekanntlich gescheitert war. In der Folge hatte Präsident Zoran Felbab am 23.Juni seinen Rücktritt eingereicht, diesen aber dann widerrufen, was rechtlich nicht möglich ist. Ein Blick in die Versammlungsrunde liess indessen nicht auf seine Präsenz schliessen, was dem Traktandum 11, den «Wahlen», eine gehörige Portion an Brisanz nahm. Nicht Felbab stellte sich zur Wahl, sondern der ehemalige Gemeinderat Hans-Peter Meier, der mit grossem Applaus zum Nachfolge-Präsidenten gewählt wurde. Aufgrund dieser Ausgangslage stellten sich die Verwaltungsmitglieder Roger Weilenmann und Michele Sax zur Wiederwahl. Diese fand ebenso Bestätigung wie die Wahl des neuen Vorstandsmitglieds Daniel Maier anstelle des zurückgetretenen Andi Flatz.

Unterstützende Gemeindebehörde

In Anbetracht des in den letzten Monaten eingetretenen Zerwürfnisses zwischen dem Präsidenten und den Verwaltungsmitgliedern übernahm Gemeinderat Patrick Stacher das Tagespräsidium, derweil Gemeindeschreiberin Manuela Fritschi als Protokollführerin agierte und sich René Meier, Leiter EW, für allfällige technische Fragen bereit hielt.

«Die Genossenschaft mit 1171 Mitgliedern und 1937 Abonnenten liegt uns am Herzen, sie gehört zur Infrastruktur der Gemeinde. Wir bedauern das Vorgefallene», sagte Stacher. Aus dem Jahresbericht von Michele Sax war zu vernehmen, dass der Mietvertrag mit dem wiedereröffneten «Service Point» um fünf Jahre verlängert wurde und der Glasfaserausbau gut fünf Jahre dauere.

Kassiererin Monika Luchsinger konnte einen Unternehmenserfolg von 24442 Franken und ein Eigenkapital von 499287 Franken ausweisen. Die Rechnung vom Jahr 2016 und das Budget von 2017 wurden genehmigt, der Revisionsbericht gutgeheissen und die Verwaltung entlastet.

Die Erhöhung der Monatsgebühr um 3 Franken auf 20.90 Franken wurde mit dem Ausbau des Angebots, dem Signalliefervertrag und den gestiegenen Urhebergebühren begründet. Genossenschaftsmitgliedern und Abonnenten wird empfohlen, das neue Abo zu überprüfen und – falls nötig – den Techniker anzurufen.

Die Versammlung wurde so durchgeführt wie schon in den vorangegangenen acht Jahren. Im Vorfeld hatte indessen die Frage für Aufregung gesorgt, wer Mitglied sei und wer nicht. Rechtsanwalt Humbert Entress verhehlte nicht, dass die Statuten etwas salopp abgefasst seien und über die Mitgliedschaft – so etwa Einfamilienhausbesitzer, Miteigentümer, Stockwerkeigentümer und Erbengemeinschaften – Unklarheiten herrsche. Diesbezüglich soll Remedur geschaffen werden.

Strafverfahren hängig

Ein Votant wollte wissen, wie es um die Strafklage stehe, die der Ex-Präsident im Mai gegen die Kassiererin wegen angeblicher ungetreuer Geschäftsführung eingereicht hatte und in der Boulevardpresse mit 10000 Franken beziffert war. Die Angeschuldigte bezeichnete die Anschuldigungen als Lüge. «Lange ist nichts passiert, bis ich jäh vorgeladen wurde und darauf gegen vier Stunden bei der Polizei ausgesagt habe. Ich habe alle Bücher offengelegt, und diese sind für alle einsehbar», sagte die Kassiererin. Es habe nie und nimmer Geld gefehlt, und sie habe ihre Aussagen gemacht. Diese liegen nun bei der Staatsanwaltschaft.

Danach plädierte der Votant, die Gemeinde schulde es, gegen den ehemaligen Präsidenten vorzugehen und ihn wegen Verleumdung anzuklagen. Die Revisionsstelle habe die Rechnung geprüft, womit man es dabei belassen könne, antwortete darauf Stacher.

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