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AADORF: Blätze für die Nachhaltigkeit

Weil ihre kleinen Kinder beim Spielen eine Hose nach der anderen kaputt machten, suchte Kathy Zahnd nach hübschen Flicken. Weil sie in der Schweiz keine fand, zog sie ihre eigene Produktion auf.
Miranda Diggelmann
Die Aadorferin Kathy Zahnd mit ihren Flicken. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Die Aadorferin Kathy Zahnd mit ihren Flicken. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Miranda Diggelmann

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@ostschweiz-am-sonntag.ch

«Blätz... und alles wird gut.» So lautet der Slogan auf der Webseite eines Online-Shops, der Flicke – oder eben Blätze – für Kleider anbietet. Geführt wird dieser von der 38-jährigen Kathy Zahnd. Die Aadorferin hat jedoch nicht etwa Schneiderin gelernt, obschon sie das sehr gerne hätte, da sie bereits im Jugendalter gerne nähte. Trotzdem hat sie sich damals für eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in St. Gallen entschieden. Anschliessend hat sie einen Bachelor in Sozialer Arbeit gemacht.

Mittlerweile ist Kathy Zahnd Mutter von drei Söhnen im Alter von 6, 4 und 2 Jahren. Die drei Wildfänge sind unter anderem der Grund für die Blätz-Idee. Kahty Zahnds Söhne würden nämlich am liebsten den ganzen Tag mit Klettern, Springen und Raufen verbringen. Da gebe es schneller ein Loch in die Jeans, als einem lieb ist. «Jedes Mal eine Hose wegzuwerfen und eine neue zu kaufen, wurde mir aber zu blöd. Das ist teuer und alles andere als nachhaltig», sagt die Mutter. So begann sie sich für das Ausbessern nach hübschen Flicken umzusehen. Denn Kinderkleider würden heute auch den Eltern gefallen müssen, so Zahnd.

Ein Berliner Webshop, der ausschliesslich Flicken verkauft, hat es Kathy Zahnd besonders angetan. Die üblichen Motive hier in der Schweiz wie etwa Lastwagen, Autos und ab und an mal eine Comicfigur langweilten sie schon bald. Da sie für die deutschen Flicken fast mehr Zoll bezahlen musste, als dass sie selbst kosteten, wusste die Aadorferin, dass das nicht die Lösung sein konnte. Und so kam es schliesslich zum Blätz – einer Ostschweizer Handarbeit.

Handarbeit ist Qualitätskontrolle

Die Stoffe für die Blätze wählt Kathy Zahnd sorgfältig aus und bezieht sie in St. Gallen direkt ab Lager. Danach werden sie in die Stickerei «SoTu» nach Gachnang gebracht, wo der Rand rund oder oval auf die Stoffe gestickt und die Rückseite mit speziellem Textilklebestoff bedruckt wird. Zum Schluss schneidet Kathy Zahnd jeden einzelnen Blätz mit einer Textilschere von Hand aus. «Diese Arbeit braucht viel Zeit und Geduld», sagt sie. So werde die Handarbeit aber gleichzeitig zur Qualitätskontrolle.

Vorerst bleibt es ein Hobby

Kathy Zahnds Online-Shop, den es erst seit Anfang August gibt, steckt noch in den Kinderschuhen. Äusserst lukrativ sei dieser deshalb noch nicht. Vorerst soll das Projekt also ein zeitintensives Hobby bleiben. Vielleicht auch, weil die junge Mutter schon bald wieder arbeiten will – und zwar als Sozialarbeiterin. Trotzdem hegt sie bereits Zukunftspläne für «blätz.ch». «Momentan überlege ich mir, Sujets selbst auf Stoffe drucken zu lassen», sagt sie. Dafür würde sie jedoch Polyester benutzen müssen. So könnte Kathy Zahnd selbst Motive für die Flicken kreieren und ihrer Arbeit ­einen noch persönlicheren Touch verleihen.

Am wichtigsten ist ihr momentan jedoch die regionale Produktion, die bei «blätz.ch» – abgesehen von der Stoffproduktion – in allen Bereichen gegeben ist. «Meine Arbeit soll nicht bloss hübsch aussehen, sondern vor ­allem auch nachhaltig sein.»

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