79-Jähriger läuft in 50 Tagen 1140 Kilometer

MAMMERN. Quasi als Vorspeise in sein achtes Jahrzehnt im Jahr 2016 hatte sich der 79jährige Walter Wyser aus Mammern, früher Marketingleiter bei der Firma Bally, die «Via Francigena» als Ziel gesetzt. Jetzt blickt er auf die 50 Tage und die 1140 Kilometer seiner Pilgerreise zurück.

Margrith Pfister-Kübler
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Walter Wyser mit selbst gemachtem Petrus-Schlüssel. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Walter Wyser mit selbst gemachtem Petrus-Schlüssel. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

MAMMERN. Quasi als Vorspeise in sein achtes Jahrzehnt im Jahr 2016 hatte sich der 79jährige Walter Wyser aus Mammern, früher Marketingleiter bei der Firma Bally, die «Via Francigena» als Ziel gesetzt. Jetzt blickt er auf die 50 Tage und die 1140 Kilometer seiner Pilgerreise zurück. «Die Via Francigena bietet mehr historische Kultur als der Jakobsweg, ist aber härter und anspruchsvoller», sagt Wyser. Der Weg führt von Canterbury in Südengland über den Kanal durch Frankreich, die Schweiz und Italien nach Rom.

Walter Wyser startete jedoch in der Schweiz. Er kaufte sich ein Billett von Frauenfeld nach Lausanne, wo dann die Pilgerreise begann. Eine der ersten Stationen war die Kathedrale Notre Dame, wo sich Wyss den Pilger-Stempel abholte. Dabei lief er im Durchschnitt 23 Kilometer pro Tag.

Die Idee, gerade den Franziskusweg zurückzulegen, kam Wyser durch einen Pilgerfreund, der ihm von der Route berichtete. So machte sich der 79-Jährige auf den Weg. Was dem Rentner nun bleibt, sind viele Erinnerungen an seine Reise. Damit diese noch lange erhalten bleiben, hat er in einem Tagebuch jedes Detail festgehalten. So erzählt Wyser vom berühmten Aussichtspunkt im Parco Monte Mario, wo er das Gefühl hatte, «Rom zu Füssen» zu haben. Aber auch die gastfreundlichen und hilfsbereiten Menschen, oder die Einladung der Schweizergarde in Italien zu einem Apéro, bleiben dem ehemaligen Marketingleiter sicher in Erinnerung. «Das Apéro-Bier schmeckte mir sehr und der Einblick in die über 500jährige Schweizergarde bleibt unvergessen», sagt Wyser. Auch der Papst sei mit nur wenigen Metern Distanz an ihm vorbeigefahren.

Auf die Frage, ob er denn nun weitere Pilgerrouten in Angriff nehmen möchte, sagt Wyser: «Jetzt möchte ich zuerst mit Vorträgen anderen Mut machen, eine Pilgerreise zu machen.»

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