«77 Prozent wollen Atomausstieg»

7 aus 74 – so lautet das Verhältnis zwischen den Thurgauer Energiepreisen und den tatsächlich dem Preisgericht vorgelegten Projekten. Am Donnerstag folgte im Frauenfelder Casino die Preisverleihung.

Christof Lampart
Merken
Drucken
Teilen
Regierungsrätin Monika Knill (links) und zwei «Acapickels» freuen sich mit Einwohnern Hohentannens über deren Energiepreis. (Bild: Christof Lampart)

Regierungsrätin Monika Knill (links) und zwei «Acapickels» freuen sich mit Einwohnern Hohentannens über deren Energiepreis. (Bild: Christof Lampart)

FRAUENFELD. Regierungsrätin Monika Knill würdigte das Umweltengagement. Der Thurgau sei auf dem Weg zur Energiewende gewillt, nicht nur selbst grosse Anstrengungen zu unternehmen, sondern auch solche von Dritten zu unterstützen. Die Schwerpunkte der kantonalen energiepolitischen Bemühungen lägen in der Förderung von erneuerbaren Energien und der Erschliessung von Effizienzpotenzialen, so Knill.

Sie zeigte sich davon überzeugt, dass es noch «viel ungenutztes Potenzial» gebe. Nicht nur die Erfahrungen der letzten Jahre hätten sie in diesem Glauben bestärkt, sondern auch die vielen Energiepreis-Projekte.

Energiewende einleiten

In der von den beiden Komikerinnen Barbara Hutzenlaub und Lotti Stäubli moderierten und von den «Swing Kids» aus Romanshorn musikalisch umrahmten Feier stach zudem das Referat von Rolf Wüstenhagen heraus. Der Direktor des Instituts für Wirtschaft und Ökologie an der Universität St. Gallen erklärte, dass die Schweiz gut daran täte, die Energiewende so rasch wie möglich einzuleiten, denn «je länger wir warten, desto grösser werden die Kosten für alle sein».

Rückhalt in der Bevölkerung

Auf die ganze Erde hochgerechnet, würden sich die Folgekosten eines unkontrollierbaren Klimawandels auf bis zu 20 Prozent des globalen Bruttosozialproduktes belaufen. Gehe man den Klimaschutz jedoch schon heute an, so könne dasselbe mit ein bis zwei Prozenten erreicht werden.

Eine nachhaltige Energiezukunft, so Wüstenhagen, könne nur erreicht werden, wenn mit dem technologischen Wandel auch eine Verhaltensänderung der Menschen einhergehe. Die Schweiz sei da schon ziemlich weit. Laut Rolf Wüstenhagen genössen erneuerbare Energien in der ganzen Bevölkerung Sympathien, und 77 Prozent aller Schweizer würden bei einer Volksabstimmung für den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis ins Jahr 2034 stimmen.

Der Thurgauer Energiepreis fördert die Energieeffizienz und die vorbildliche Verwendung von erneuerbaren Energien. Die Trägerschaft des Preises setzt sich aus der Abteilung Energie des Kantons Thurgau, dem Verein Energiefachleute Thurau, der EKT Energie Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank, Pro Holz Thurgau sowie der IG Passivhaus Schweiz zusammen.