5 Prozent Arbeitslosigkeit droht

Der Thurgauer Gewerkschaftsbund (TGGB) sieht noch kein Licht am Ende des Tunnels der Wirtschaftskrise. Für das laufende Jahr wird mit einem Anstieg der Menschen ohne Arbeit im Thurgau auf bis zu fünf Prozent gerechnet.

Stefan Borkert
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Kämpferisch: SP-Nationalrätin und Gewerkschafterin Edith Graf-Litscher kritisiert den Sozialabbau. (Bild: Reto Martin)

Kämpferisch: SP-Nationalrätin und Gewerkschafterin Edith Graf-Litscher kritisiert den Sozialabbau. (Bild: Reto Martin)

Frauenfeld. Optimismus sieht anders aus. An seiner Neujahrsmedienkonferenz zeichnete der TGGB ein eher düsteres Bild für die Zukunft am Thurgauer Arbeitsmarkt. Von einem Aufschwung könne keine Rede sein. Von derzeit noch 3,7 Prozent werde die Arbeitslosigkeit auch im Thurgau auf 4,5 bis 5 Prozent ansteigen, so SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher. Die Regionalsekretärin des SEV, der Gewerkschaft des Verkehrspersonals, bezeichnete 2010 als ein Schlüsseljahr. Im Thurgau gebe es derzeit 4600 Personen, die arbeitslos seien und das mit steigender Tendenz.

Da dürfe die soziale Sicherheit nicht noch mit Füssen getreten werden.

Sozialabbau

Eine geballte Ladung Sozialabbau rolle auf uns zu, sagt sie. Die 6. IV-Revision sei eine reine Abbauvorlage, am 7. März werde über den Rentenklau abgestimmt und beim Unfallversicherungsgesetz werde ein beispielloser Sozialabbau aufgegleist. Bei der Sanierung der Arbeitslosenversicherung habe der Nationalrat den Bogen überspannt.

Jetzt hofft die Thurgauer Nationalrätin, dass wenigstens der Ständerat an dem Gesetz noch das eine oder andere verhindere. Es sei sehr bedauerlich, dass das Parlament einer Verlängerung der Kurzarbeitsfrist nicht zugestimmt habe.

Unia-Regionalsekretär Erich Kramer nahm den Ball auf. Dieser Entscheid verhindere, dass Fachkräfte bis zum Eintreffen neuer Aufträge in den Firmen gehalten werden könnten, sagte er. Sie würden entlassen und hätten oft grosse Schwierigkeiten, neue Stellen zu finden.

Sie hätten in vielen Fällen jahrelang nicht mehr im erlernten Beruf gearbeitet, was einen Wiedereinstieg fast unmöglich mache.

Heinz Herzog, Präsident des Thurgauer Gewerkschaftsbundes betont in diesem Zusammenhang, dass die Hetze gegen deutsche Facharbeiter völlig fehl am Platze sei. Man suche einfach nach einem neuen Sündenbock. Wenn man heute einen Vorarbeiter auf dem Bau suche, dann finde man so gut wie keinen Schweizer dafür. Deshalb müsse man zum Beispiel auf Fachpersonal aus Deutschland zurückgreifen.

Dasselbe gelte für das Gesundheitswesen. Natürlich könne er den Arbeiter oder Angestellten einer Fabrik verstehen, dem gekündigt wurde und der dann sehen muss, wie andere Firmen Personal aus dem Ausland rekrutieren. Aber man könne nicht einfach einem gekündigten Fabrikarbeiter neu als Polier auf einer Baustelle oder als Pflegefachkraft einstellen.

60 Entlassungen in Steinach

Das treffe beispielsweise auch auf mehrere der 60 bei der STI Hartchrom in Steinach entlassenen Personen zu. Deren Entlassung sei 2009 leider von dem zur Arbonia-Forster-Gruppe gehörenden Unternehmen nicht kommuniziert worden. Die Firmenleitung bestätigt das.

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