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25-MILLIONEN-PROJEKT: Gachnang sagt deutlich Ja zu Schulerweiterung

Das Volk von Gachnang will die Schulraumerweiterung in Islikon mit neuem Kindergarten, Schulhaus und Turnhalle. Ein Antrag zur Urnenabstimmung fand an der Gemeindeversammlung vom Samstag keine Mehrheit, ehe die Stimmbürger den Millionen-Kredit genehmigten. Applaus brandete durch die Mehrzweckhalle, das Aufatmen spürbar.
Margrith Pfister-Kübler
384 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger fanden den Weg in die Mehrzweckhalle Gachnang. (Bild: Reto Martin)

384 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger fanden den Weg in die Mehrzweckhalle Gachnang. (Bild: Reto Martin)

Der Aufmarsch zur ausserordentlichen Schulgemeindeversammlung ist durchaus beeindruckend: 384 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von insgesamt 2900 Stimmberechtigten zeigten am Samstagnachmittag um 17 Uhr, dass die geplante Schulraumerweiterung für 24,65 Millionen Franken die Gemeinde Gachnang bewegt. Für Kinder von zwei bis zwölf Jahren wurde während der Versammlung ein Kinderbetreuungsdienst mit altersgerechten Aktivitäten angeboten.

Über vier Jahre Planung sind dieser entscheidenden Versammlung vorausgegangen. Die letzte Informationsveranstaltung zur Erweiterung der Schulanlage Islikon fand anfangs Februar statt. Schulpräsident Sven Bürgi zeigte seine Freude über das aktive Mitgestalten und Engagement der Bevölkerung für zukunftsweisende Bildung und Gesellschaft. "Der Bedarf ist ausgewiesen", sagte er. Als erstes wurde die Streichung des traktandierten Baukredits für eine Photovoltaikanlage auf der neuen Turnhalle genehmigt. Der Grund: Die Verantwortung für die Photovoltaikanlage übernimmt die Politische Gemeinde.

Kostenunsicherheit von rund einem Viertel

Dann lieferte Projektleiterin Jasmin Zarali von Jessenvollenweider Architektur in Basel Details über die einzelnen Gebäude. Erklärende Worte zum Bauablauf gab es von Bauplaner Urs Laib. Speziell wies Laib auf die Kostenstruktur hin: "Alles liegt unter dem im 2017 publizierten Mittelwert der Bauwerkskosten SIA im Bezug zur Hauptnutzfläche." Der Antrag von Schulpräsident Sven Bürgi auf Eintreten bekam grünes Licht. Bei der rege genutzten Diskussion erwiesen sich die Finanzen als Herausforderung. Der Bedarf sei notwendig, aber er befürchte weitere Mehrkosten, so einer der Votanten. Die Kostenunschärfe von plus/minus eines Viertels wurde bemängelt. "Mit fehlt das Vertrauen in die Einhaltung des Kostenrahmens", so ein Stimmbürger. Bauplaner Laib wies auf Unvorhergesehenes hin: So ergab das geologische Gutachten, dass der Turnhallenbau gepfählt werden müsse. Laib versicherte: "Bei uns ist noch kein öffentlicher Bau teurer geworden als abgestimmt wurde."

384 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger fanden den Weg in die Mehrzweckhalle Gachnang. (Bild: Reto Martin)

384 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger fanden den Weg in die Mehrzweckhalle Gachnang. (Bild: Reto Martin)

Ob die Aufträge an Einzelleistungsträger oder an ein Generalunternehmen erteilt werden, brannte einem weiteren Votanten unter den Fingernägeln. "Die Arbeiten werden öffentlich ausgeschrieben, es gibt keinen Vertrag mit einem GU", antwortete Laib. Vorwärtsmachen und zustimmen, das Projekt sei sauber ausgearbeitet, sagte ein weiterer Stimmbürger, während ein anderer die Seriosität der Kosten in Frage stellte und zum Nein aufrief. Die Versammlung bot viel Raum für Meinungen und Ideen.

Auch keine Änderung der Gemeindeordnung

Es folgten zwei Anträge von Marco Rüegg: Er beantragte, das Sachgeschäft an einer Urnenabstimmung vorzulegen. Die Mehrheit folgte ihm nicht. Ebenfalls ein Nein gabs auch zum Antrag, dass künftig alle Geschäfte über zehn Millionen an der Urne abgestimmt werden. Dies hätte eine Änderung der Gemeindeordnung erforderlich gemacht. Der Antrag von Patrick Fehr auf geheime Abstimmung wurden ebenso abgelehnt. "Bitte lassen Sie ‹Geld regiert die Welt› beiseite und lassen Sie uns mit Verstand und Herz für die Zukunft abstimmen", forderte ein Stimmbürger. Um Kinder zu erziehen, brauche es ein ganzes Dorf, ergänzte Judith Hübscher und stellten den Ordnungsantrag auf Abbruch der Diskussion und für Abstimmung. Die Mehrheit war derselben Meinung.

Schulpräsident Bürgi rief zur Abstimmung für den Baukredit über 24,65 Millionen Franken auf. Die Arme der grossen Mehrheit schnellten in die Höhe. Und blitzartig ertönte freudiger Applaus und verbaler Dank an die Behörde. Das Aufatmen war spürbar. Baubeginn ist für Ende 2018 vorgesehen.

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