24 Türchen plus eines

Es gibt welche, die sagen, der Nebel sei weniger geworden. Seich. Humbug. Der Nebel ist. In der Grossen Allmend frisst er die Schafe auf. Vom Toggenburg her spült's tote Kühe an und die letzten Neonazis vom vorletzten Samstag. Der Nebel, der Cheib. Es fühlt sich an, als bade man in Zuckerwatte.

Mathias Frei
Drucken
Teilen

Es gibt welche, die sagen, der Nebel sei weniger geworden. Seich. Humbug. Der Nebel ist. In der Grossen Allmend frisst er die Schafe auf. Vom Toggenburg her spült's tote Kühe an und die letzten Neonazis vom vorletzten Samstag. Der Nebel, der Cheib. Es fühlt sich an, als bade man in Zuckerwatte. Es chrüselet in der Nase. Und dann schmöckt es. Erdig-karamellig. Nicht vom Nebel, sondern von der Zuckeri. Das ist Herbst in Frauenfeld.

Überall laden sie zu Metzgeten. Die Blutwürste sind dick. Aus den Puure-Bratwürsten spritzt das Fett. Es wird zu Nebel. Ob es schifft oder ob der Nebel weint, weiss keiner mehr. Aber fein schmöckt es.

Herbst ist aber auch Vor-Vorweihnachtszeit. Das fehlt grad noch. Vor-Vorweihnachtszeit. Aber was dann eben doch fehlt: der Glühwein und das, was draus passiert. Wohlig warme Köpfe, wohlig warme Herzen. Passt viel besser zu süssem Nebel und feissen Würsten als zu diesem Verschnitt von Winter. Noch 25mal schlafen, dann ist der Glühwein wieder da. Das ist genau ein Adventskalender – und ein Türchen mehr. Eines mehr oder weniger, das spielt dann auch keine Rolle mehr, wenn er dann da ist. Der Winter.