2021: Der Countdown läuft

Der Stadtrat will Gas geben bei der Umnutzung der Stadtkaserne. 285'000 Franken muss dafür der Gemeinderat sprechen. So können die drei besten Büros aus dem Ideenwettbewerb ihre Pläne weiterentwickeln.

Mathias Frei
Merken
Drucken
Teilen
Aus dem städtebaulichen Ideenwettbewerb von vergangenem November: das Siegerprojekt «All Day Long» mit Stadtkaserne, P+R-Halle-Areal und Oberem Mätteli. (Bild: PD/Park Architekten, Zürich)

Aus dem städtebaulichen Ideenwettbewerb von vergangenem November: das Siegerprojekt «All Day Long» mit Stadtkaserne, P+R-Halle-Areal und Oberem Mätteli. (Bild: PD/Park Architekten, Zürich)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

«Der Terminplan ist anspruchsvoll.» Das schreibt der Stadtrat in der neuen Botschaft betreffend Umnutzung des Stadtkasernenareals. «Bis 2021 soll ein bewilligtes Bauprojekt vorliegen.» Dem Stadtrat sei es ein grosses Anliegen, dass die Stadtkaserne nicht leer steht oder dass sich die Armasuisse als Besitzerin nicht nach temporären Zwischennutzungen umschaut. Denn bekanntlich zieht sich das Militär Anfang 2021 aus der Stadtkaserne zurück. Der Bund will das Areal im Baurecht abgeben.

In der Botschaft, über die in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen debattiert wird, geht es um einen 285'000-Franken-Kredit. Erst mit einem Ja des Gemeinderats kann es weitergehen. Das Geld soll für einen Studienauftrag verwendet werden, bei dem die drei bestplatzierten Planerteams aus dem städtebaulichen Ideenwettbewerb ihre im vergangenen November vorgestellten Projekte weiterentwickeln und konkretisieren sollen.

Rahmenbedingungen sind räumlich komplex

Die Umnutzung des besagten Areals sei «ein bedeutender Schritt für die Stadt und ihre Bevölkerung», heisst es in der Botschaft. Es biete sich eine grosse Chance, «das Stadtzentrum aufzuwerten». Weiter schreibt der Stadtrat: «Die Stadtkaserne stellt für Frauenfeld unbestritten ein grosses Potenzial dar.» Die räumlichen Rahmenbedingungen des zweieinhalb Hektaren grossen Areals seien aber komplex.

Nach dem städtebaulichen Ideenwettbewerb, dessen Resultate vergangenen November öffentlich wurden, sollen diesen Mai die Vorbereitungsarbeiten für den Studienauftrag starten. Teilnahmeberechtigt ist das erstplatzierte Projekt «All day long» von Park Architekten aus Zürich in Zusammenarbeit mit dem ETH-Architekturtheoretiker Philipp Ursprung sowie Müller Illien Landschaftsarchitekten (Zürich). Ebenfalls mit dabei sind die Projekte «Ovid» vom Zürcher Büro Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten sowie «Lauf, Moser, lauf!» von Gmür & Geschwentner Architekten ebenfalls aus Zürich. Die Projekt-Weiterentwicklungen sind an verschiedene Vorgaben geknüpft. So sollen die bestehenden Strukturen der Bauten berücksichtigt werden. Auf dem Oberen Mätteli soll eine grosse Tiefgarage geplant werden – im Gegensatz zum Kasernenhof, der nicht unterkellert werden soll. Im Hauptbau soll kein Museum untergebracht werden. Spezielle Wohnformen sind nur beschränkt gefragt. Zudem soll die Umnutzung der Stadtkaserne wirtschaftlich sein, verträglich und die umliegenden Gebiete – also Bahnhof, Vorstadt und Altstadt – ein- respektive anbinden.

Nach Plan soll der Studienauftrag diesen Juli beginnen. Die Jurierung ist auf Mitte November angesetzt, rund einen Monat später wird die Öffentlichkeit informiert. Bis ins dritte Quartal 2018 soll der Baurechtsvertrag stehen, dann ist die Ortsplanung traktandiert, mit Hilfe von einem oder mehreren Gestaltungsplänen. Ist dieser Schritt abgeschlossen, gibt es eine nächste Botschaft an den Gemeinderat. Danach werden über eine Volksabstimmung auch die Frauenfelder Stimmbürger befragt.

Die bisherigen Planungskosten liegen bei 328'000 Franken. Die Armasuisse hat sich mit 50'000 Franken beteiligt, die restlichen 278'000 Franken gehen zu Lasten der Stadt. Damit liegt man 10'000 Franken unter Budget. Die nun beantragten 285'000 Franken verteilen sich auf 30'000 Franken für die Vorbereitungsarbeiten und 255'000 Franken für den eigentlichen Studienauftrag.