2000 neue Studienplätze bis 2022

Die Universität St. Gallen wächst und wächst. Die Raumnot hat sie mit dem Bezug eines Provisoriums und einer neuen Liegenschaft gelindert – vorerst. Bis 2022 braucht die HSG zusätzlich 2000 Studienplätze.

David Scarano
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ST. GALLEN. Allenthalben wird vom «War of Talents» gesprochen, dem Kampf um Talente – an der Universität St. Gallen herrschte in den vergangenen Jahren hingegen ein Kampf um Stühle, derart eng war es zu und her gegangen. «Wie eine Badetouristin musste ich bereits um 7 Uhr einen Platz für die 8.15-Uhr-Lesung reservieren. Zum Teil sassen wir zu zweit auf einem Stuhl», verdeutlichte Stéphanie Hagmann, Präsidentin der Studentenschaft.

Provisorium für zehn Jahre

Tempi passati – die HSG hat nun genügend Räume und Stühle für die derzeit 7766 Studierenden. Vor wenigen Wochen nahm sie ein Provisorium für zehn Jahre in Betrieb. Der Pavillon auf dem Campus, in dem gestern die Medienorientierung stattfand, verfügt über 730 Plätze. Mit dem Bezug der neuen Liegenschaft an der Tellstrasse 2 waren im Herbst 400 Plätze dazugekommen. Wie Rektor Thomas Bieger festhielt, gilt der Satz «Nach dem Bau ist vor dem Bau», der 2011 bei der Wiedereröffnung der erweiterten Uni gefallen war, weiterhin.

Der Rektor zeigte auf, wie die HSG «in Schüben» gewachsen ist. Die Studentenzahl stieg von 1800 in den 1970er-Jahren auf 4300 Anfang des neuen Jahrtausends. Nach der Bologna-Reform zog das Wachstum nochmals kräftig an. Bis 2022 werden 8000 bis 9000 Studentinnen und Studenten erwartet.

Um die Platzkapazität bis dahin zu sichern, klärt der Kanton nun ab, wie und wo die Erweiterung gestaltet werden könnte. Rund 2000 zusätzliche Studienplätze sollen geschaffen werden. Konkrete Objekte gibt es noch keine. Die neuen Räumlichkeiten sollen aber maximal 15 Fussminuten entfernt sein, um den Studierenden den Wechsel zwischen den Vorlesungen zu ermöglichen.

Als dringend bezeichnet die HSG die Erweiterung der Bibliothek auf dem Campus. Diese platzt aus allen Nähten – sie wurde für 3500 Studierende konzipiert und genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr.

Standorte konzentrieren

Die Universität hat die Raumnot bislang überbrückt, indem sie Gebäude angemietet hat. Die Immobilienstrategie sieht vor, die Standorte zu konzentrieren. Bereits konnte die HSG drei Liegenschaften im Quartier abgeben. Die neue Ausrichtung gilt auch für die Forschung. Ziel ist es, statt der vielen kleinen wenige, aber dafür grosse Liegenschaften zu mieten. An der Müller-Friedbergstrasse soll der zusätzliche Raumbedarf bis 2017 durch die Aufstockung durch den Hausbesitzer bereitgestellt werden. Weitere Gebäude werden gesucht. Verwaltungsdirektor Markus Brönnimann geht davon aus, solche im Markt zu finden. Nicht so bei den grossen Vorlesungsräumen – da sei die HSG auf die öffentliche Hand angewiesen.

HSG-Immobilienstrategie und Eröffnung Lehrraum Pavillon (Bild: Michel Canonica)

HSG-Immobilienstrategie und Eröffnung Lehrraum Pavillon (Bild: Michel Canonica)

HSG-Immobilienstrategie und Eröffnung Lehrraum Pavillon (Bild: Michel Canonica)

HSG-Immobilienstrategie und Eröffnung Lehrraum Pavillon (Bild: Michel Canonica)

HSG-Immobilienstrategie und Eröffnung Lehrraum Pavillon (Bild: Michel Canonica)

HSG-Immobilienstrategie und Eröffnung Lehrraum Pavillon (Bild: Michel Canonica)

Die HSG expandiert: Das neue Provisorium (oben rechts) und die Liegenschaft an der Tellstrasse (u. r.). An der Müller-Friedberg-Strasse (u. l.) will sie bis 2017 neue Räume beziehen. (Bilder: Michel Canonica)

Die HSG expandiert: Das neue Provisorium (oben rechts) und die Liegenschaft an der Tellstrasse (u. r.). An der Müller-Friedberg-Strasse (u. l.) will sie bis 2017 neue Räume beziehen. (Bilder: Michel Canonica)

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