20 Millionen Franken für die Forschung

Die Hochschule für Technik (HSR) braucht ein neues Forschungszentrum, da ihre Anzahl an Studierenden steigt und ihr Leistungsbereich wächst. Die Regierung unterbreitet dem Kanton deshalb eine Vorlage für einen Kredit von 21,3 Millionen.

Kathrin Reimann
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Die Hochschule für Technik in Rapperswil platzt aus ihren Nähten. Ein neues Forschungszentrum soll den Campus entlasten. (Bild: zVg)

Die Hochschule für Technik in Rapperswil platzt aus ihren Nähten. Ein neues Forschungszentrum soll den Campus entlasten. (Bild: zVg)

RAPPERSWIL. Die Hochschule für Technik wächst; die Studierendenzahl hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. 1456 Studentinnen und Studenten absolvieren derzeit ein Studium in Rapperswil. Wegen eines neuen Studiengangs soll die Anzahl bis 2016 sogar auf 1550 ansteigen. Auch in den Leistungsbereichen wächst die Hochschule: In der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung sowie im Dienstleistungsbereich steigerte sich der Umsatz von 8,9 Millionen Franken im Jahr 2000 auf 23,9 Millionen im 2010. Deshalb wird ein Neubau dringend benötigt, Rektor Hermann Mettler spricht von Platznot aufgrund des enormen Wachstums.

Ein Ja von Parlament und Volk

Von heute auf morgen kann das neue Forschungszentrum aber nicht aus dem Boden gestampft werden. Der St. Galler Kantonsrat wird es 2012 in der Februarsession in erster und in der Aprilsession in zweiter Lesung beraten: Soll die Hochschule Rapperswil mit einem Kredit von 21,3 Millionen Franken für einen Neubau unterstützt werden? Bejaht er dies, kommt die Angelegenheit vors Volk. Geben die St. Galler Stimmberechtigten ebenfalls grünes Licht und kommt es weder zu Einsprachen noch zu Verzögerungen, wird im Herbst 2013 mit dem Bau begonnen. Voraussichtlich Anfang 2016 kann die HSR ihr neues Forschungszentrum beziehen.

St. Gallen zahlt im Alleingang

Insgesamt benötigt die HSR 41,3 Millionen für den Neubau. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie zahlt dabei voraussichtlich 9,5 Millionen, die HSR selbst 8,5 Millionen und die Stadt Rapperswil-Jona hat ihren Standortbeitrag von 2 Millionen Franken bereits geleistet. Für den Kanton St. Gallen bleibt so ein Restbetrag von 21,3 Millionen Franken; dieser hätte eigentlich mit den anderen HSR-Trägerkantonen Schwyz und Glarus aufgeteilt werden müssen. St. Gallen bestreitet die Zahlung aber im Alleingang, da der Kanton Zürich aus der Trägerschaft ausgestiegen war – bis 2016 eine Übergangsregelung gilt – und daher Verhandlungen über eine Revision der Trägerschaftsvereinbarungen hängig sind. Solange die nicht abgeschlossen sind, wollen Schwyz und Glarus nicht mitfinanzieren. «Ich habe dafür ein gewisses Verständnis», sagt Bildungsdepartementsvorsteher Stefan Kölliker. Hätte man allerdings auf die Vereinbarung gewartet, hätte das Neubauprojekt für mindestens zwei weitere Jahre auf Eis gelegt werden müssen. Die Mitfinanzierung sei deshalb der einzig richtige und machbare Weg. «Die HSR hat sich hervorragend entwickelt, ich bin deshalb guter Dinge, dass Parlament und Volk dem Kredit zustimmen werden», sagt Bildungsdirektor Kölliker.

Wichtig für Wirtschaftsstandort

«Die HSR ist für den Wirtschaftsstandort St. Gallen enorm wichtig», sagt Kölliker, was sich gut am Beispiel des internationalen Technologieunternehmens Hamilton illustrieren lasse. Dieses hat in Rapperswil-Jona per 1. Oktober ein Kompetenzzentrum etabliert. «Es hat sich bewusst in die Nähe der HSR begeben, um von deren Technologiekompetenzen zu profitieren», so Kölliker.