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17 Friedwälder: Nur einer ist legal

FRAUENFELD. Seit dem 1. Januar 2014 gilt im Thurgau ein neues Gesetz für den Betrieb eines Friedwaldes. Dabei spielen die Gemeinden eine zentrale Rolle. Die Umsetzung harzt jedoch noch.
Michèle Vaterlaus
In Uesslingen-Buch steht ein Friedwald. (Bild: Donato Caspari)

In Uesslingen-Buch steht ein Friedwald. (Bild: Donato Caspari)

Der Wald wird als letzte Ruhestätte immer beliebter. Um die Friedwälder auf eine saubere Basis zu stellen, hat der Kanton per 1. Januar 2014 neue Richtlinien erlassen. Waldfriedhöfe sind demnach eine Zweckentfremdung, eine nachteilige Nutzung des Waldes. Gemeinden müssen das Gebiet deshalb ausscheiden, wenn die Begräbnisstätten zugelassen werden sollen. Das funktioniert nicht überall reibungslos. «Die Umsetzung harzt noch etwas», sagt der Thurgauer Kantonsforstingenieur Daniel Böhi.

Nicht überall läuft es rund

«Kein Problem war es beispielsweise in Salenstein», sagt Fritz A. Staible, Geschäftsführer der Waldesruh GmbH. «Nur in Bottighofen stellt man sich quer.» Dort betreibt Staible seit 2007 einen Waldfriedhof. Wegen der neuen Richtlinie gelangte das Unternehmen mit einem Gesuch an die Gemeinde, das Gebiet auszuscheiden. Wegen Einsprachen lehnte die Gemeinde das Gesuch aber ab. Gegen diesen Entscheid hat die Waldesruh GmbH Rekurs beim Departement für Bau und Umwelt eingelegt. Das Verfahren liegt deshalb beim Kanton.

Das Konkurrenz-Unternehmen der Waldesruh GmbH, die Friedwald GmbH, geht bei der Umsetzung schrittweise vor. «Wir lassen die Verfahren nicht parallel laufen, sondern haben mit einer Pilotgemeinde gestartet und wollen danach die Areale der anderen Friedwälder nach deren Vorbild ausscheiden lassen», sagt Mike Gessner, Anwalt der Friedwald GmbH. Die Pilotgemeinde ist Mammern, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Dort sei man mit offenen Armen empfangen worden. «Der Friedwald besteht schon lange. Es gab nie Stimmen, dass er irgendjemanden gestört hat. Darum sahen wir keinen Grund, das Gebiet nicht auszuscheiden», sagt Hansjörg Lang, Gemeindepräsident von Mammern. Nun muss noch ein Gesuch um nachteilige Nutzung des Waldes an das Forstamt eingereicht werden. «Wir gehen davon aus, dass die Bewilligung des Gesuches eine Formsache ist», sagt Gessner.

Eigentlich hiess es in der «Richtlinie letzte Ruhestätten im Wald» des Kantons Thurgau, dass die Gebietsbezeichnungen bis spätestens am 31. Dezember 2014 zu erfolgen haben. Von den rund 17 Standorten, die es im Thurgau gibt, ist jedoch erst einer definitiv bewilligt. Jener in Salenstein. «Vielleicht war die einjährige Frist, die wir gewährt haben, etwas zu motiviert», sagt Daniel Böhi.

Eile, das Gesetz durchzusetzen, hat man auch beim Departement für Bau und Umwelt (DBU) nicht, das für den Vollzug zuständig wäre. «Die Prozesse in den Gemeinden sind oft komplex. Sie können daher dauern», sagt DBU-Generalsekretär Marco Sacchetti. Weil kein grosser Leidensdruck da sei, gebe es keine Dringlichkeit, das Gesetz durchzusetzen. «Nehmen die Gemeinden die Ausscheidungen bis Ende Jahr vor, ist alles tiptop», sagt Sacchetti weiter. «Allerdings liegt es ja im Interesse der Betreiber, dass sie rechtmässig arbeiten. Wenn, dann sollten sie Druck auf die Gemeinden ausüben.»

Grundbuchamtlich geschützt

Der Kanton Thurgau sei der einzige mit solch detaillierten Vorschriften, sagt Staible. «In anderen Kantonen läuft das unkompliziert. Eine Anfrage beim Kanton genügt. Allenfalls gibt dieser wenige Auflagen. Das wars.» Wenn es jedoch in Bottighofen mit dem Waldfriedhof nicht mehr klappt, dann gibt es nur keine neuen Bestattungen mehr. Die bisherigen Gräber bleiben bestehen. Sie sind grundbuchamtlich bis ins Jahr 2105 geschützt.

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