155 Kinder jagen dem Ball nach

In Aadorf findet zurzeit das GC-Erlebnis- und Leistungscamp für Nachwuchsfussballer statt. 155 Kinder – die meisten aus dem Thurgau – trainieren begeistert mit.

Kurt Lichtensteiger
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Die Kleinsten begeben sich gut ausgerüstet zum Trainingsplatz. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Die Kleinsten begeben sich gut ausgerüstet zum Trainingsplatz. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

aadorf. In Reifen wohl geordnet leuchten weisse Bälle auf dem sattgrünen Rasen. Davor liegen Trinkflaschen, ein begehrtes Requisit bei diesen hochsommerlichen Temperaturen. Die Leibchen und Hosen der 155 Kinder sind meist zu lang und die Stulpen reichen bis über die Knie. Doch das ist belanglos. Hauptsache, es steht der eigene Name auf dem Rücken. Da hat man selbst das Barca-Leibchen von Messi gerne gegen ein GC-Tenü ausgetauscht. Der Ball als der treueste Begleiter wird kaum aus den Augen verloren. Die Ballbehandlung ist das A und O eines jeden Fussballspielers. Was heisst da Spieler. Auch zahlreiche Spielerinnen sind dabei.

Klare Regeln

Die Augen der Fünf- bis Vierzehnjährigen sind auf Bernd Voss gerichtet, der sich mit dem Mikrophon auf einen Tisch gestellt hat. Der Deutsche ist eindeutig der Platzhirsch, ein versierter Animator, Antreiber, Showmaster und Ballkünstler in einer Person. Seine Anweisungen an die 13 Gruppen, aufgereiht nach Alter, sind klar und unmissverständlich. «Keine Schimpfwörter – kein Spucken!» bläut er den Kindern ein. Um seinen deutlichen Worten Nachdruck zu verschaffen, lässt er erwartete Antworten immer wieder quittieren. «So sieht's...» – «Aus!» tönt es dann unisono aus den Kehlen der Kinderschar. Auch eine Art Schlachtruf, nämlich «Check» – «Jo, jo!» haben die Kinder bald gelernt. Das hebt die Stimmung und wirkt aufrüttelnd. Probe aufs Exempel bitte: Nicht mit Nullbock, sondern mit grosser Begeisterung, angeheizt von zündender Musik aus den riesigen Lautsprechern, laufen die Jungen und Mädchen mit ihren Trainern zu den verschiedenen Übungsplätzen.

Erstmals unter dem GC-Label

Schon seit sechs Jahren findet in Aadorf das Bernd-Voss-Fussballcamp statt, mit stets steigender Teilnehmerzahl. Die diesjährige Rekordbeteiligung erstaunt umso mehr, als dass im Nachbarkanton Zürich noch Schule ist. So kommen die meisten Kinder aus dem Thurgau. Unübersehbar ist das Label «GC». Die Grasshoppers haben sich wohl vom Konzept des Deutschen überzeugen lassen. So hat sich gegenüber früher nichts Wesentliches an der fussballerischen Philosophie geändert, ausser dass die älteren und talentiertesten Kinder in einer Leistungsklasse zusammengefasst wurden. Was bleibt, ist die Vermittlung von Grundlagen, insbesondere Ballfertigkeit, aber auch Koordination und Geschicklichkeit.

Posten als Goalie beliebt

An moderner Trainingsausrüstung fehlt es nicht. An einer Torschusswand kann die Präzision geübt und in der kleinen Arena dem Spiel gehuldigt werden. Offenbar scheint das Torhüten eine fast unerklärliche Faszination auszuüben. Nicht weniger als 15 Torhüter haben sich nämlich für das spezielle Goalie-Training eingeschrieben. Wer mehr Einblick gewinnen möchte, sollte den Elternnachmittag vom kommenden Freitag, dem 15. Juli, ab 13 Uhr, nicht verpassen.