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14000 KILOMETER ÜBER TEHERAN BIS NACH JERUSALEM: Trotz Notlagen bleibt die Vision

Der Friedenszug El Achai soll aus der Schweiz bis nach Israel und wieder zurück fahren. Jetzt stockt das langjährige Projekt wegen Schwierigkeiten in der Türkei und im Nahen Osten.
Samuel Koch
Die drei neurestaurierten Schlafwagen des Vereins El Achai rollen aus dem Depot in Sissach BL. (Bild: PD)

Die drei neurestaurierten Schlafwagen des Vereins El Achai rollen aus dem Depot in Sissach BL. (Bild: PD)

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Aufgeben steht nicht auf der Traktandenliste von Heinz Schmidli. Der 64-jährige Gachnanger setzt sich zusammen mit seiner Frau Angelika für den Verein El Achai ein. Die Vision: elf Länder, rund 14000 Kilometer in wenigen Wochen, unterwegs mit dem Zug, um Frieden zu stiften. Ursprünglich sollte der Friedenszug diesen Herbst ab dem Depot in Sissach BL auf die weite Reise gehen. Doch das ambitionierte Ziel muss vorerst verschoben werden, wie Heinz Schmidli sagt. «Die Vision bleibt, aber wir lassen jetzt den Termin für die Abfahrt offen.» Der pensionierte Mathematiker sitzt dem Schweizer Ableger des Vereins «El Achai – Frieden und Freiheit» vor und bewältigt mit seiner Frau die Ressorts Finanzen und Administration. Der Verein ist dem deutschen Pendant von Visionär Uwe Fiedler angeschlossen, der im Alter von sechs Jahren eine «Weltenfamilie» vorsah. Diese habe ihn nie mehr richtig losgelassen, sagte Fiedler der «Ostschweiz am Sonntag».

Vor kurzem haben sich ein grosser Teil der Mitglieder der ­El-Achai-Bewegung im rund 125-jährigen Depot in Sissach getroffen. «Wir sind mittlerweile über 300 Mitglieder, welche den Verein mit Spenden und Darlehen finanziell tragen», sagt Schmidli. Das Spektrum reiche von über 80-Jährigen bis zu Familien mit kleinen Kindern. Mit den drei neu restaurierten Schlafwagen und der umweltfreundlichen, mit Öko-Heizöl betriebenen Dampflokomotive haben sich die Teilnehmer auf eine Jungfernfahrt begeben. «Es war eindrücklich, wie die Leute auf uns reagiert haben», sagt Schmidli. Einige von ihnen winkten, andere fotografierten, wiederum andere machten Filme und streuten diese über soziale Medien. Zusätzlich zu den Mitgliedern haben viele Bekannte und Interessierte am Tag der offenen Tür teilgenommen, der sehr «berührend» war. Nebenbei habe es ergreifende Reden gegeben oder Gesang des El-Achai-Friedenschors.

Zusagen aus Ländern von Alpen zum Hindukusch

Seit die Schmidlis vom El-Achai-Fieber angesteckt sind, investieren sie viel Zeit ins Projekt. Obwohl Heinz Schmidli sagt: «Wir verbringen auch gerne Zeit im Garten oder draussen beim Wandern.» Trotz Begeisterung für den Friedenszug und positiven Nachrichten von vielen Eisenbahngesellschaften zwischen Alpen und Hindukusch ist zuletzt Sand ins Getriebe des Projekts geraten. So gebe es zwar mündliche Zusagen aus Iran, Libanon, Israel oder von Ländern auf dem Balkan. Oder die Strecke in Israel zwischen Haifa und Jerusalem sei gerade neu gebaut worden. Es gibt aber auch Probleme. «Die Türkei gibt uns aufgrund innerpolitischer Probleme keine Durchfahrtsgenehmigung, und in Libanon fehlt ein ganzes Stück Eisenbahnlinie», sagt Schmidli. Visionär Uwe Fiedler reise aber regelmässig in den Nahen Osten, um weitere Abklärungen zu treffen. «Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserer Entwicklungshilfe einen Teil zum Aufbau der Eisenbahnnetze und damit auch zu einer friedlichen Zusammenarbeit dieser Länder leisten können», sagt Schmidli.

Bis dahin begnügen sich die El-Achai-Mitglieder mit Fahrten innerhalb Europas. «Bald fahren wir nach Rosenheim, dem Sitz des deutschen Vereins», sagt Schmidli. So oder so, die Vision bleibt, und ganz sicher ist für den Gachnanger: «Wir werden mit dem Zug irgendwann in Richtung Jerusalem unterwegs sein.» Bis dahin kümmert er sich um die Finanzen und die Administration, «und ganz sicher geben wir unsere Vision nicht so leicht auf».

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