13 Apotheker mit Impflizenz

Was in anderen Kantonen bereits möglich ist, kommt jetzt auch in St. Gallen: Ab November kann man sich in ausgewählten Apotheken gegen Grippe und Hirnhautentzündung impfen lassen.

Marion Loher
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Wer sich gegen die Grippe oder die Folgen von Zeckenbissen impfen lassen will, muss nicht mehr unbedingt zum Arzt. Ab nächstem Monat dürfen im Kanton St. Gallen auch Apothekerinnen und Apotheker diese beiden Impfungen vornehmen. Allerdings nur solche Apotheker, die auch eine entsprechende Weiterbildung haben. Das heisst, sie haben das «Fähigkeitszeugnis FPH Impfen und Blutentnahme» und eine Berufsausübungsbewilligung im Kanton St. Gallen.

Aktuell sind es 13 Apotheker – verstreut über den ganzen Kanton –, welche die Lizenz zum Impfen haben. Sie dürfen Impfungen gegen die Grippe und gegen die Hirnhautentzündung, welche durch Zeckenbisse verursacht wird (FSME), durchführen.

Apotheken haben länger geöffnet als Arztpraxen

St. Gallen ist der elfte Kanton, in dem Impfen in der Apotheke möglich ist. «Es ist eine sinnvolle Ergänzung zum Angebot beim Hausarzt», sagt Yvonne Geiger, Präsidentin des Apothekerverbandes St. Gallen-Appenzell, an der gestrigen Medienorientierung. «Mit diesem niederschwelligen, unkomplizierten Angebot sind wir nahe bei der Bevölkerung.» Apotheken hätten zudem den Vorteil, länger geöffnet zu haben als Arztpraxen.

Nebst der Ausbildung gibt es für die Apotheken weitere Vorschriften, an die sie sich halten müssen. So dürfen nur Personen geimpft werden, die über 16 Jahre alt und gesund sind. Vor dem Stechen müssen die Apotheker zusammen mit dem Impfwilligen einen Fragebogen ausfüllen, der unter anderem persönliche Daten festhält und über die Risiken informiert. Die Impfung selber muss in einem von der Verkaufsfläche akustisch abgetrennten, nicht einsehbaren Raum stattfinden und ist anschliessend in den Impfausweis einzutragen. Am liebsten in den elektronischen Impfausweis, wie Yvonne Geiger sagt.

Denn hier habe St. Gallen noch Nachholbedarf. Zu den erhaltenen Impfungen können im elektronischen Ausweis auch Informationen über Allergien oder chronische Erkrankungen eingetragen werden. Und der Patient oder der Arzt – mit Einwilligung des Patienten – kann bei Bedarf auf der ganzen Welt auf den elektronischen Impfausweis zugreifen. Wie die Präsidentin des Apothekerverbandes St. Gallen-Appenzell auf Nachfrage sagt, ist es jedem Apotheker freigestellt, wie viel er für eine Impfung verlangt. Es dürften aber so um die 40 Franken sein, fügt sie hinzu.

«Kleiner Stich mit grosser Wirkung»

Die St. Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann bezeichnet das neue Angebot als «kleinen Stich mit grosser Wirkung». Ziel sei es, die Impfrate in der Bevölkerung zu erhöhen. Da der entscheidende Faktor hierfür die Zugänglichkeit zur Impfung sei, so Hanselmann, sei das Impfen in der Apotheke ein Schritt in die richtige Richtung. «Gleichzeitig wird die Rolle der Apotheker in der Grundversorgung gestärkt.»

Die Ärztegesellschaft St. Gallen unterstützt die Neuerung. «So wird das Impfen präsenter und der Bevölkerung leichter zugänglich gemacht», sagt Präsident Jürg Lymann. Im Vergleich zur Apotheke ist das Impfen beim Arzt günstiger. «Wir verlangen so zwischen 20 und 30 Franken», sagt Lymann.