1100 Franken für Demo gegen Connyland

LIPPERSWIL. Tierschützer wollen am 1. April vor dem Connyland gegen die Delfinhaltung demonstrieren. Die Gemeinde Wäldi will die Bewilligung für die Demonstration erteilen – allerdings nur gegen eine Gebühr.

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Wenn im Connyland die neue Saison eröffnet wird, wollen Tierschützer gegen das Delfinarium demonstrieren. (Bild: Archiv/ Donato Caspari)

Wenn im Connyland die neue Saison eröffnet wird, wollen Tierschützer gegen das Delfinarium demonstrieren. (Bild: Archiv/ Donato Caspari)

Einen Tag nach der Saisoneröffnung des Connyland in Lipperswil wollen Tierschützer zusammen mit dem deutschen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) am 1. April gegen die Tierhaltung im Freizeitpark demonstrieren.

Zu Verstimmungen kommt es nun bereits im Vorfeld: Die Gemeinde Wäldi schickte den Schweizer Tierschützern vorab eine Rechnung von insgesamt über 1100 Franken. Darin enthalten sind die Bewilligungsgebühr (200.-) und ein Kostendepot (900.-).

Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF, spricht von einem Skandal: «Das grenzt an Erpressung. Wie soll das Demonstrationsrecht ausgeübt werden, wenn für die Meinungsäusserungsfreiheit Geld verlangt wird?»

Einem Protestbrief des WDSF erteilte die Gemeinde eine Abfuhr. Sie hält an der Kostenrechnung fest. Diese sieht zwar eine Rückerstattung bei Nichtgebrauch vor, enthielte aber auch eine Nachforderung über die 900 Franken hinaus.

Die Demonstranten dürfen zudem nur zweieinhalb Stunden demonstrieren. Die beantragte ganztägige Demo wurde von der Gemeinde beschränkt: «Die Gesuchstellerin hat keinen Anspruch, alle Besucher des Connyland einen Tag lang mit ihrer Sichtweise zum Delfinarium zu konfrontieren.»

Die Veranstalter wollen gegen den Bescheid der Gemeinde Wäldi beim Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau Einspruch einlegen.

Die Gemeinde Wäldi war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (rr)