100 Jahre retten und löschen

Die Bevölkerung feierte 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gailingen mit einem grossen Fest.

Guido Elser
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GAILINGEN. Nach dem Feuerwehrfest am Samstag versammelten sich am Sonntagmorgen viele Feiernde zum Festgottesdienst in der katholischen Kirche St. Dionys mit Pfarrer Niklaus Böhler.

Beim Empfang im Rathaussaal hatten die uniformierten Feuerwehrleute klar die Oberhand. Alle Feuerwehren des Landkreises Konstanz waren mit Delegationen vertreten. Aus Diessenhofen war als «Vorhut» Kommandant Urs Knoll im Saal. Ihm folgten dann noch im Laufe des Vormittags aus Diessenhofen der Hubretter und das Tanklöschfahrzeug mit ihren Mannschaften ans Fest.

Vergangene Zeiten

Bürgermeister Heinz Brennenstuhl beglückwünschte seine Feuerwehr im Namen des Gemeinderates zum grossen Jubiläum. Und er wies darauf hin, dass eine gut ausgebildete Mannschaft, eine gute technische Ausrüstung und eine zeitgemässe Unterkunft die Kernstücke einer Feuerwehr seien. Und diese drei Dinge, so Brennenstuhl, seien in Gailingen vorhanden und die technische Ausrüstung würde am heutigen Tag mit der Einweihung zweier neuer Fahrzeuge noch verbessert. Ehrenkommandant Leo Schreiber, Jahrgang 1929, erinnerte in Reminiszenzen an längst vergangene Zeiten. So kam Schreiber als 14-Jähriger 1943 mitten im Krieg in die Feuerwehr, als nur noch junge Burschen und ein paar ältere Semester die Feuerwehr bildeten, da die Männer im Feuerwehralter damals alle im Krieg waren. Schreiber war dann selbst 25 Jahre lang Kommandant der Gailinger Feuerwehr.

Gute Zusammenarbeit

Es folgten diverse weitere Redner und eine Rednerin. Von mehreren Sprechern wurde die gute Zusammenarbeit der Gailinger Feuerwehr seit nun über 50 Jahren mit der Feuerwehr Diessenhofen erwähnt. Und diese Zusammenarbeit ist heute sogar über die Grenze hinweg vertraglich geregelt, was in Deutschland einmalig sein dürfte. Nach dem Mittagessen segnete Pfarrer Böhler die zwei neuen Fahrzeuge. Bei beiden Fahrzeugen wurden der Spezialausbau im Eigenbau von Fachleuten der Feuerwehr erledigt, was enorme Kosteneinsparungen brachte. Die Freiwillige Feuerwehr Gailingen zählt heute 30 Mitglieder, die Jugendfeuerwehr 19 Mitglieder und die Altersabteilung 21 Mitglieder. In einem Gespräch mit Kommandant Ruh war unter anderem zu erfahren, dass Brände gegenüber früheren Jahrzehnten stark zurückgingen und dass die Feuerwehr vermehrt zu Verkehrsunfällen, Sturmschäden und Hochwasser ausrücken müsse. Tagsüber sei die Zahl der Aktiven manchmal etwas reduziert und da sei man dann froh um die Zusammenarbeit mit der Stützpunktfeuerwehr Diessenhofen.