Frauen sollen vermehrt ihre Interessen durchsetzen

ST. GALLEN. 20 Jahre St. Galler Frauennetzwerke: Grund genug für die Teilnehmerinnen der Tagung am Samstag in St. Gallen, zu feiern und die Gestaltung unserer Gesellschaft zu diskutieren (Ausgabe vom Samstag).

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ST. GALLEN. 20 Jahre St. Galler Frauennetzwerke: Grund genug für die Teilnehmerinnen der Tagung am Samstag in St. Gallen, zu feiern und die Gestaltung unserer Gesellschaft zu diskutieren (Ausgabe vom Samstag). Sich austauschen, vernetzen, Erfahrungen nutzen: Das bringt Frauen auf ihrem Weg zur Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft weiter. So würdigte Maya Graf, Co-Präsidentin alliance F, die Erfolge der letzten Jahre. Etwa in der Bildung, wo junge Frauen ihren gleichaltrigen Kollegen immer öfter voraus sind.

Lohntransparenz fordern

Die Grünen-Nationalrätin räumte ein, dass Frauen nach dem Gesetz gleichberechtigt sind, die Realität jedoch oft hinterherhinke. Frauen müssten hin an die Stellen, wo Entscheidungen getroffen werden, um Entwicklungen zu gestalten und ihre Interessen durchzusetzen, so Graf. Zwecks Lohngleichheit ist Transparenz gefordert: So sollen Frauen über ihre Löhne reden, wenn sie vermuten, dass der Kollege mehr verdient.

Auch Heidi Hanselmann, derzeit einzige Frau im St. Galler Regierungsrat, berichtete über ihre Arbeit, ihre Visionen und ihre Erfahrungen im Wahlkampf. «Mehr Frauen in die Politik» hiess das Podium mit 20 Kandidatinnen; spürbar war bei allen – über parteipolitische Grenzen hinweg – ihr Engagement für nachhaltige Lösungen in Themen wie Energie oder Umwelt.

Von Medien bis Finanzen

Im Talk «Frauennetzwerke heute» rief Ina Prätorius, Theologin, die Frauen auf, «neu zu denken» – über die Veränderung der Gesellschaft oder die Gestaltung der Wirtschaft. Simone Curau-Aepli, Präsidentin CVP-Frauen Thurgau, schätzt an Netzwerken vor allem den Kompetenzerwerb in Themen wie Finanzen und Energiepolitik. Vivien Büchler, Co-Präsidentin universa-unisg, will mit ihrem Netzwerk jungen Frauen den Kontakt mit Kaderfrauen ermöglichen. Auch der Austausch mit Politologin Regula Stämpfli zur Medienpräsenz von Frauen und der Vortrag von Kommunikationsexpertin Vera Class lieferten Input, wie sich Frauen und ihre Organisationen besser positionieren können.

Die 2015 pausierende FrauenVernetzungsWerkstatt wird weitergeführt. Sonja Wiesmann-Schätzle, Kantonsrätin, diskutierte mit Teilnehmerinnen neue Ideen. Die Präsidentin von ost schweizerinnen.ch, Erika Bigler, zog als Initiantin der Tagung am Abend ein zufriedenes Fazit. Der Anlass endete mit Klängen der Appenzeller Frauestriichmusig und angeregten Gesprächen – mit Netzwerken eben. (red.)