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Frauen im Kanton St.Gallen werden immer später Mutter

2018 wurden im Kanton St.Gallen so viele Kinder geboren wie in den letzten 20 Jahren erst einmal. 1981 waren die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt 25,7 Jahre alt. 2018 – also 37 Jahre später – ist diese Zahl mittlerweile auf 30,3 Jahre gestiegen.
Urs-Peter Zwingli

Frauen im Kanton St.Gallen werden immer später Mutter: 1981 waren sie bei der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt 25,7 Jahre alt. 2018 – also 37 Jahre später – ist diese Zahl mittlerweile auf 30,3 Jahre gestiegen. «Auffällig ist dabei der starke Anstieg in den vergangenen Jahren», sagt Lutz Benson, stellvertretender Leiter der kantonalen Fachstelle für Statistik, die vor kurzem die neusten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung publiziert hat. Tatsächlich betrug das durchschnittliche Alter bei der Erstgeburt 2008 noch 29,3 Jahre – ein steiles Wachstum von einem Jahr innert einer Dekade also. In diesen Zahlen spiegeln sich längere Ausbildungswege sowie die häufigere Berufstätigkeit der Frauen.

2018 kamen im Kanton insgesamt 5368 Kinder zur Welt – der zweithöchste Wert in den vergangenen 20 Jahren. Der Grund dafür ist aber nicht eine höhere Gebärhäufigkeit pro Frau, sondern die grössere Anzahl von Frauen in den geburtenstärksten Altersgruppen. Im Vergleich zur Gesamtschweiz schenken die St.Gallerinnen mehr Kindern das Leben: Die Geburtenziffer betrug 2017 (2018 ist noch nicht verfügbar) 1,55 Kinder pro Frau, jene der Gesamtschweiz 1,52. «Das mag nach einem kleinen Unterschied aussehen, in Bezug auf die Geburtenziffer ist er allerdings relativ deutlich», sagt Statistiker Benson dazu.

Fast jedes fünfte Kind kommt unehelich zur Welt

Die höhere Ziffer erklärt er damit, dass St.Gallen ein ländlich geprägter Kanton ist, in dem das traditionelle Familienmodell weit verbreitet ist. Für eine konstante Regeneration der Bevölkerung bräuchte es übrigens eine Geburtenziffer von 2,1 Kindern pro Frau. Die europaweite Ziffer liegt laut Statistischem Amt der EU bei 1,59. Spitzenreiter ist Frankreich mit 1,9. Vor dem Kind wird geheiratet. Auch das gilt immer weniger.

Mittlerweile kommen im Kanton St.Gallen 18,5 Prozent der Kinder unehelich zur Welt; ein Anstieg von gut fünf Prozent in zehn Jahren. Dennoch wird noch immer fleissig geheiratet: 2018 wurden 2636 Ehen geschlossen, rund 160 mehr als noch 2017. Wie bei den Erstgeburten steigt auch das Durchschnittsalter bei der ersten Heirat seit Jahrzehnten stetig an: Aktuell beträgt es bei Erstheirat beider Partner für Frauen 29,4, für Männer 31,7 Jahre.

Null Scheidungen in Hemberg und Untereggen

Das traurige Ende einer Heirat ist oft die Scheidung. Im Kanton St.Gallen verharrt diese Zahl seit Jahren auf Werten von 1,8 bis 2 Scheidungen pro 1000 Einwohner (Gesamtschweiz 1,9). Die Unterschiede zwischen den Gemeinden sind teils enorm: So sind für 2018 für Hemberg und Untereggen 0 Scheidungen pro 1000 Einwohner verzeichnet, Gemeinden wie beispielsweise Schmerikon, Schänis, Nesslau, Widnau und Niederbüren erreichen Spitzenwerte um 2,5. Das muss nicht daran liegen, dass die Liebe an einem Ort besser gedeiht als am anderen: Gerade bei kleinen Gemeinden können die Zahlen jährlich schwanken. So erreichte das vermeintliche Liebesdorf Hemberg 2016 eine überdurchschnittliche Zahl von 2,2.

Insgesamt werden in St.Gallen 37,4 Prozent aller St.Galler Ehen geschieden (Gesamtschweiz 38,7), knapp die Hälfte davon in den ersten zehn Ehejahren. Doch in Sicherheit wiegen kann man sich auch nach einer längeren Ehe nicht: Über ein Viertel aller Ehen werden nach 20 oder mehr Jahren aufgelöst. Die Scheidungsziffer ist im Laufe der Jahre in St.Gallen und auch schweizweit starken Schwankungen unterworfen: 1984 betrug sie im Kanton 26 Prozent, 1999 wurde ein Spitzenwert von 51,4 Prozent erreicht. Seither pendelt die Zahl zwischen 37 und knapp 50 Prozent. Diese und viele andere Zahlen kann man bei Interesse selber nachschauen: Der Kanton stellt auf dem Statistikportal stada2.sg.ch umfangreiches Datenmaterial zu ­Themen wie Bevölkerung, Wirtschaft, Politik, Finanzen, Umwelt etc. zur Verfügung, das zudem auf der Karte visualisiert werden kann.

Grosse Unterschiede beim Thema Bevölkerung sind in St.Gallen etwa in der Zahl der Todesfälle pro 1000 Einwohner sichtbar: Je nach Gemeinde schwanken diese zwischen 3 und 14. Hohe Zahlen weisen insbesondere Toggenburger Gemeinden auf. «Das weist darauf hin, dass diese Gemeinden teils überaltert sind», sagt Kantonsstatistiker Benson. Ausgleichend ist aber die Geburtenziffer im Toggenburg ebenfalls überdurchschnittlich hoch.

Die St.Galler Statistiker publizieren jährlich Zahlen zu Geburten, Todesfällen, Heiraten und Scheidungen. Diese Zahlen basieren auf der nationalen Statistik der Bevölkerungsbewegung.

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