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Frau bestreitet Beteiligung an Taxiüberfällen – ihr drohen über acht Jahre Haft

Einer 41-jährigen Frau drohen bis zu achteinhalb Jahre Haft. Ihr wird vorgeworfen, zusammen mit ihrem ehemaligen Mann Taxis und einen Kiosk überfallen zu haben. Sie wehrt sich am Kantonsgericht gegen die Vorwürfe.
Claudia Schmid
Taxi beim Hauptbahnhof St.Gallen: Die Angeklagte will nichts mit den Überfällen zu tun gehabt haben. (Bild: Michel Canonica/Symbol)

Taxi beim Hauptbahnhof St.Gallen: Die Angeklagte will nichts mit den Überfällen zu tun gehabt haben. (Bild: Michel Canonica/Symbol)

Im Sommer 2015 drang der ehemalige Ehemann der mehrfachen Mutter im Raum Wil in Shops ein, stahl in Restaurants Portemonnaies, raubte kurz hintereinander in St.Gallen, Frauenfeld und Wiesendangen Taxifahrer aus und überfiel in Uzwil den Bahnhofkiosk. Der in der Schweiz aufgewachsenen, deutschen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, ihn zu den Einbrüchen und Diebstählen angestiftet zu haben und bei den Überfällen auf Taxis und Kiosk dabei gewesen zu sein. Auf ihrem Handy fanden die Untersuchungsbehörden entsprechende WhatsApp-Nachrichten. Zudem gab es deutliche Hinweise, dass sie jeweils an mehreren Tatorten alleine oder mit den Kindern anwesend war.

Kreisgericht von Schuld überzeugt

Das Kreisgericht Wil sprach die Frau im Dezember 2016 wegen einer langen Liste von Straftaten schuldig. Darunter fielen bandenmässiger Raub, Anstiftung zum Diebstahl, zur Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, falsche Anschuldigung, Geldwäscherei, Irreführung der Rechtspflegung und versuchte Begünstigung. Es sprach eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren aus.

Gegen dieses Urteil erhob die Frau Einsprache. Sie verlangte mit ihrer Berufung Freisprüche von den meisten Anklagepunkten und als Sanktion eine bedingte Geldstrafe. Allenfalls sei sie wegen Teilschuldsprüchen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren zu verurteilen. Die Staatsanwaltschaft verlangte mit Anschlussberufung die Abweisung der Berufung und eine härtere Strafe von achteinhalb Jahren.

Vorwürfe wortreich zurückgewiesen

An der Verhandlung am Kantonsgericht St.Gallen wies die Beschuldigte die Vorwürfe wortreich zurück. Sie habe die WhatsApp-Nachrichten nicht geschrieben. Ihr Mann habe wohl das Handy an sich genommen und ihr mit dem Geschriebenen schaden wollen. Sie gab zu, während vieler Straftaten vor Ort gewesen zu sein, doch wollte sie nicht bemerkt haben, was ihr Mann dort tat. Nach dem Überfall auf den Kiosk zahlte sie eine Summe, die dem geraubten Geld entsprach, auf ihr gemeinsames Konto ein. Dieses Geld habe sie über lange Zeit gespart und im Haus versteckt, sagte sie aus.

Die Beschuldigte gab einzig zu, bei einem Selbstunfall ihres Mannes gelogen zu haben. Sie hatte angegeben, sie habe den Wagen selber gesteuert. Ihr Mann hatte einen Teil der ihm vorgeworfenen Straftaten zugegeben und ist in der Zwischenzeit rechtskräftig verurteilt worden.

Taxifahrer brutal geschlagen

Der Verteidiger wies darauf hin, dass der Ehemann auch für Straftaten verurteilt worden sei, die er nicht zugegeben hatte. Dies müsse im Strafverfahren gegen seine Mandantin berücksichtigt werden. Die Frau habe die Beteiligung an den Taten ihres Mannes stets bestritten.

Die Staatsanwältin bezeichnete die Beteuerungen der Beschuldigten als unglaubwürdig und widersprüchlich. An der Mittäterschaft bestehe kein Zweifel. Die Überfallenen seien vom Täter teils brutal geschlagen worden. Das Urteil des Kantonsgerichts steht noch aus.

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