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Franziska Ryser will ins Stöckli: Die St.Galler Grünen steigen in den Ständeratswahlkampf ein

Nach FDP und SVP haben am Montagvormittag auch die St.Galler Grünen ihre Kandidatur für den Ständerat bekanntgegeben. Die 27-jährige Maschinenbauingenieurin und St.Galler Stadtparlamentarierin Franziska Ryser will am 20. Oktober in die Kleine Kammer.
Regula Weik
Sie ist die grosse Nachwuchshoffnung der Grünen: Franziska Ryser will am 20. Oktober in den Ständerat. (Bild: Benjamin Manser)

Sie ist die grosse Nachwuchshoffnung der Grünen: Franziska Ryser will am 20. Oktober in den Ständerat. (Bild: Benjamin Manser)

«Weiter wie bisher hat keine Zukunft.» Davon ist Franziska Ryser überzeugt. «Politik beschäftigt sich damit, wie die Zukunft aussehen soll. Die Zukunft, in der meine Generation leben wird.» Ryser hat Jahrgang 1991. Mit ihr wollen die St.Galler Grünen einen Sitz im Ständerat erobern. Oder anders herum: den Bürgerlichen einen abjagen. Das Traumticket der St. Galler Grünen für die nationalen Wahlen im Herbst lautet denn auch: Paul Rechsteiner und Franziska Ryser. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen verhindern, dass der Kanton künftig durch ein bürgerliches Duo in Bern vertreten sein könnte – «das wäre kreuzfalsch», sagt Thomas Schwager, Präsident der St.Galler Grünen.

Er weiss um die starke Konkurrenz. Doch er ist überzeugt: Mit der Kandidatur gelinge es der Partei, grüne Themen in den Ständeratswahlkampf einzubringen. «Das ist heute wichtiger denn je, wo sich mit einer klaren Ausnahme alle Parteien den Schutz der Umwelt auf die Fahnen schreiben oder diesen sogar schon immer in ihrer DNA gehabt haben wollen.» Schwager unterstreicht: «Wir haben den Umweltschutz nicht erst in den letzten Monaten entdeckt wie andere Parteien.» Und: «Wir verbinden seit unserer Gründung Umweltschutz mit sozialer Gerechtigkeit.» Die Grünen gibt es in St. Gallen und als nationale Partei seit Anfang der 80er-Jahre. «Glaubwürdigkeit ist unser Markenzeichen.»

Nicht der erste Anlauf auf den Ständerat

Die St.Galler Grünen kämpfen nicht zum ersten Mal um einen Ständeratssitz. Der letzte Anlauf liegt erst wenige Monate zurück. Im Frühling hatte die Partei den St. Galler Uni-Dozenten Patrick Ziltener ins Rennen um den frei gewordenen Sitz von Bundesrätin Karin Keller-Sutter geschickt. 2015, 2011 und 2007 hatte die Wiler Ärztin Yvonne Gilli kandidiert. Bislang blieben die Anläufe der Grünen aufs Stöckli erfolglos.

Weshalb sollte es diesmal klappen? Die letzten vier Jahre hätten gezeigt, dass der Nationalrat «zu oft als Bühne für parteipolitische Profilierungen» missbraucht werde, statt mehrheitsfähige Kompromisse zu erarbeiten, sagt Ryser. «Der Ständerat musste mehrfach korrigierend eingreifen.» So etwa beim CO2-Gesetz. Es sei deshalb wichtig, dass noch mehr Stimmen «für eine offene, nachhaltige und ökologische Schweiz» in die Kleine Kammer gewählt würden. «Ich kann und möchte eine solche Stimme für den Kanton St. Gallen sein.»

Klar werde sie sich für eine «griffige Klimapolitik» einsetzen – für eine Flugticketabgabe, für eine Klimasteuer in Form einer Lenkungsabgabe auf Benzin, Diesel und Kerosin, für einen zügigen Übergang in ein Zeitalter ohne Verbrennungsmotoren und fossile Heizungen. Doch nicht nur. Sie werde sich auch für die Sanierung der AHV und eine gute Verkehrsanbindung St. Gallens stark machen. «Der Kanton darf ruhig noch prägnanter auftreten», sagt die Maschinenbauingenieurin ETH und nennt die IT-Bildungsoffensive. Damit habe der Kanton einen wichtigen Schritt gemacht, um «sich national als Zentrum der digitalen Entwicklung zu profilieren; diese Botschaft muss hinausgetragen und auch in Bern stärker etabliert werden».

Kein politischer Grünschnabel

Ryser ist keineswegs ein politischer Grünschnabel. Mit 21 zog sie ins St. Galler Stadtparlament ein, mit 25 wurde sie jüngste Parlamentspräsidentin in der Stadtgeschichte, seit März ist sie Spitzenkandidatin der Grünen für den Nationalrat. Ryser verbinde «Erfahrung mit Zukunft», sagt Parteipräsident Schwager. Ihre offizielle Nomination Mitte August dürfte eine reine Formsache sein.

Aktuell bewerben sich neben Ryser vier Männer für die zwei St. Galler Ständeratssitze: Paul Rechsteiner (SP) und Benedikt Würth (CVP, beide bisher), Marcel Dobler (FDP) und Roland Rino Büchel (SVP). Ob die Grünliberalen ebenfalls in den Wahlkampf eingreifen, ist noch offen. Die Meldefrist für Kandidaturen dauert noch drei Wochen.

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