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FRANKENSCHOCK: Kunststoffrecycling ist ein Renner

Der Verband KVA Thurgau leidet unter der Frankenstärke, denn er macht rund 40 Prozent des Umsatzes im Euroraum. Ein Erfolgsmodell dagegen ist das Kunststoffrecycling. Gegen die Vergabe der Sammellose wurde Rekurs eingereicht.
Kurt Peter
Die KVA Thurgau stellt alle drei Jahre ihren Betrieb ein, um das thermische System und die Ferndampfanlage zu überholen. (Archivbild: Reto Martin)

Die KVA Thurgau stellt alle drei Jahre ihren Betrieb ein, um das thermische System und die Ferndampfanlage zu überholen. (Archivbild: Reto Martin)

WEINFELDEN. Im vergangenen Jahr schaltete die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Weinfelden die Gesamtanlage für eine Revision ab. Dies werde alle drei Jahre eingeplant, um das thermische System und die Ferndampfleitung zu überholen, erklärte Peter Steiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung, an der Delegiertenversammlung der KVA Thurgau am Mittwochabend im Weinfelder «Trauben». In einem Jahr mit grosser Revision fielen die verbrannten Kehrichtmengen und die damit verbundenen Einnahmen etwas geringer aus als üblich. Zusätzlich seien die Kosten höher. Daraus resultiere ein planbar tieferes Ergebnis. «Alles andere als geplant war jedoch die Aufhebung des Euromindestkurses.»

Das sei für die KVA unerfreulich gewesen, hingen doch 40 Prozent des Umsatzes direkt oder indirekt vom Eurokurs ab. Die Eurokonten mussten wertberichtigt werden. Dies seien die wichtigsten Gründe für ein Jahresergebnis, welches nur dank eines Rückgriffs auf das Währungsausgleichskonto und diverser betrieblicher Optimierungen positiv geblieben sei.

Trotz Rekurs reguläre Touren

Die drei Sammellose ab 1. Januar 2017 seien vergeben worden, erklärte Peter Steiner. Ein Mitbewerber habe Rekurs eingereicht, sei in einem Fall sogar vor das Bundesgericht gezogen. Dieses habe die aufschiebende Wirkung aber abgelehnt, so dass die Touren regulär durchgeführt werden könnten.

Weit übertroffen wurden die Erwartungen beim Kunststoffrecycling aus Haushaltungen. «Am 1. Oktober 2015 startete die Aktion, inzwischen werden an den Sammelstellen pro Woche fast 1600 60-Liter-Säcke abgegeben.» Eine erste Analyse in Kreuzlingen habe gezeigt, dass das Potenzial für stoffliche Verwertung bei 60 bis 67 Prozent liege. Ein Sortierversuch werde im August in Frauenfeld erfolgen. Hier werde das neue regionale Annahmezentrum am 24. Juni eröffnet.

Hohe Zuverlässigkeit

Die Betriebsrechnung des Verbandes schloss mit einem Gewinn von 23 000 Franken. Um 2,77 Millionen Franken höher fiel der Sachaufwand beim Betrieb der Verbrennungsanlage in Weinfelden aus. Umfangreiche Renovationsarbeiten während des Totalstillstandes der Anlage im Bereich Kessel und der Rauchgasreinigungsanlage, erhöhte Kosten bei Sammelfahrzeugen und die Sammelkosten der Leerung der Unterflurcontainer waren unter anderem die Gründe. Der Gewinn wird für zusätzliche Abschreibungen auf der Anlage KVA verwendet.

Martin Frei, in der Geschäftsleitung für den Betrieb zuständig, gab einige Informationen ab. «Unsere Philosophie ist der vorbeugende Unterhalt», erklärte er.

Die Anlage zeige ein bis zwei Störungen täglich, die Verfügbarkeit liege bei 94 Prozent. Der Stillstand betrage 22 Tage jährlich pro Linie, die Unterhaltskosten beliefen sich auf 3,5 Millionen Franken jährlich. «Damit sind diese seit 2008 konstant, dank Investitionen sollten sie aber in Zukunft sinken.»

«Wir haben ein spannendes und abwechslungsreiches Jahr hinter uns», sagte Reto Stäheli, Präsident des Verwaltungsrates. Der neue Verwaltungsrat habe sich in die Abfall- und Kehrichtmaterie eingearbeitet und viele Informationen von der Betriebsleitung erhalten. Die vom Bund seit 1. Januar dieses Jahres neu geforderten Bedingungen erfülle der Verband KVA Thurgau oder habe die Prozesse vorausschauend umgestellt. Dennoch «sind wir in Zukunft auf allen Ebenen gefordert».

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