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Interview

Francine Jordi: «Das Appenzellerland gefiel mir immer schon sehr gut»

Francine Jordi sprüht vor Energie. Die Sängerin hat ihr Leben nach ihrem Schicksalsschlag umgekrempelt. Am 17. November tritt sie am Schlagerfestival in Gais auf. Sie sagt, über ihre Krankheit habe sie jetzt genug gesprochen, es gebe jetzt Positiveres zu berichten.
Desirée Müller
Am 17. November kommt Francine Jordi nach Gais ans Schlagerfestival. (Bild: Beat Belser)

Am 17. November kommt Francine Jordi nach Gais ans Schlagerfestival. (Bild: Beat Belser)

Die Betroffenheit in der Schlager- und Volksmusikszene war gross, als im Frühjahr Francine Jordis Krebserkrankung publik wurde. Auch die Fans standen unter Schock. Aber die Berner Oberländerin ist eine Kämpfernatur sondergleichen. Die Chemotherapie begrüsste die 41-jährige Singlefrau als Freund: «Ich sah die Chemo als wichtigen Unterstützer während der Heilungszeit», so Jordi. Über die Nebenwirkungen wollte die Schlagersängerin vorab gar nichts wissen.

Auf der Bühne fühlte sich Francine Jordi trotz allem sehr wohl. Den Weg Richtung Heilung bestritt sie alleine aus eigener Kraft. Ihrem Umfeld und den Medien verschwieg die Sängerin nämlich die Krebserkrankung. Zu gross wäre ihr der Trubel um ihre gesundheitliche Lage gewesen. Nur ihre Eltern und Geschwister waren informiert und unterstützen sie in der schweren Zeit. Francine Jordi hat in den Medien offen über ihre Krebserkrankheit gesprochen.

Ihre Geschichte habe sie nun aber oft genug erzählt, findet sie. Es gibt nämlich viele positive News rund um die Sängerin, die ebenfalls erzählenswert sind. Wie die Lancierung ihres neuen Albums «Noch lange nicht genug» und ihr 20-Jahr-Jubiläum auf der Bühne. Ihr Lachen hat sie in der ganzen Zeit nicht verloren. So strahlt sie am Interview in St.Gallen drei Wochen vor ihrem Auftritt am Schlagerfestival in Gais voller Vorfreude.

Was macht das Festival in Gais besonders für Sie?

Francine Jordi: Das Appenzellerland gefiel mir immer schon sehr gut.

Das Festival findet zwar in einer Mehrzweckhalle statt, aber alleine die Anreise nach Gais ist es wert.

Der Veranstalter und sein Team stecken dazu sehr viel Herzblut in den Schlagerabend. Dazu freue ich mich darauf, Bekannte wie Stefan Mross oder meine Musikerkollegen vom Nockalm Quintett wieder einmal zu sehen.

Bekommen Sie viele Konzertanfragen?

Ja – zum Glück auch noch nach zwanzig Jahren auf der Bühne.

Wie entscheiden Sie, ob Sie ein Angebot annehmen oder nicht?

Ich freue mich immer, wenn ich eingeladen werde. Ob es nun ein Konzert vor zehntausend oder zweihundert Besuchern ist – wenn es mein Terminkalender zulässt, bin ich gerne dabei. Auch ist es kein Entscheidungskriterium, wie prominent die anderen Musiker an einer Veranstaltung sind. Es ist toll, wenn ich bekannte Gesichter sehe, finde es aber genau so spannend, mit Newcomern aufzutreten.

Sie feiern dieses Jahr Jubiläum.

Ich kann es selbst nicht fassen. Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Sie ging aber so schnell vorbei. Das neue Album kommt genau zum richtigen Zeitpunkt heraus. Es ist fast wie ein Jubiläumsgeschenk an meine Fans und auch an mich.

Sind Sie gespannt, wie das Publikum in Gais auf Ihre neuen Lieder reagiert?

Und wie! Jedes der Lieder bedeutet mir nämlich sehr viel.

Mehr als die bisherigen?

Irgendwie schon, ja. Es ist das erste Mal, dass ich 13 Lieder zusammen mit Tommy Mustac selbst geschrieben und alle mitproduziert habe. Das schafft schon eine spezielle Verbindung zur Musik.

Wie gehen Sie beim Schreiben neuer Lieder vor?

Manchmal schwirren mir ganz spontan Textzeilen im Kopf herum. Das kann bei einem Spaziergang mit meinem Hund Theo sein, beim Einkaufen oder wo auch immer. Diese versuche ich dann mit weiteren Zeilen zu ergänzen und eine Melodie dazu zu kreieren. Wenn alles so weit steht, geht’s ab ins Studio und wir starten mit dem Produzieren.

Können Sie gut einschätzen, welche Lieder Hits werden?

Da kann man noch so viel Erfahrung haben – das ist sehr schwierig vorauszusagen.

Ich erkenne schon, ob ein Lied Hitpotenzial hat. Eine eingängige Melodie und ein Refrain, der bleibt, bieten die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lied.

Schliesslich entscheiden aber die Radiosender, welche Titel gespielt werden. Die Fans sind zudem ein sehr wichtiger Massstab. Denn sie sind es ja schliesslich, die meine Lieder hören.

Ihr Album kann man jetzt bei Spotify streamen.

Genau. Das ist sozusagen ein Geschenk an meine Fans. Der Markt hat sich bekanntlich gewandelt. Es werden weniger CDs verkauft, dafür gibt es aber wesentlich mehr Downloads. So gehe auch ich mit der Zeit.

Dann war das vielleicht Ihr letztes Album?

Auch wenn ich es nicht gerne sage: Es könnte wirklich so sein, aber ich hoffe es nicht.

Man muss abwarten wie sich der Markt entwickelt. Ob noch genau so viele «grosse» Alben produziert werden wie früher, wird man sehen.

Bei vielen Künstlern gibt es aber bereits die Tendenz, mehr kleinere Alben mit nur vier oder fünf Titeln zu veröffentlichen. Ich wollte mich mit «Noch lange nicht genug» mit einem grossen Album zeigen.

Was ist so speziell an Alben?

Der ganze Entwicklungsprozess würde mir fehlen. Man arbeitet teils mehrere Jahre im Team an einem neuen Album, bis es stimmig ist und vollends überzeugt. Das wäre bei einzelnen Titeln nicht mehr das gleiche. Auch die Vorfreude, bis das Album endlich rauskommt, wäre Vergangenheit.

Ihre Krankheit «zwang» Sie zu einer neuen Frisur und Lebensstil. Fühlen Sie sich wohl damit?

Und wie! Es ist so toll, dass ich meine Haare morgens in zwei Minuten gestylt habe. Dazu mache ich in meinem Leben nur noch das, was mir gefällt. Auch habe ich in der Zeit gelernt, mal Nein zu sagen.

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