Fragen zu Corona
Wann kommt die Impfung ohne mRNA? Ostschweizer Bundespolitiker von FDP und SVP haken nach

Während Länder wie Dänemark alle Massnahmen aufheben können, weil sie eine hohe Impfquote haben, kommt die Schweiz kaum vom Fleck. Im Bundesparlament wird unter anderem über alternative Impfstoffe diskutiert.

Adrian Vögele aus Bern
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Der Impfstoff von Johnson & Johnson gegen Covid-19 wurde teilweise in der Schweiz entwickelt. Zugänglich für die Bevölkerung ist er bislang aber nicht.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson gegen Covid-19 wurde teilweise in der Schweiz entwickelt. Zugänglich für die Bevölkerung ist er bislang aber nicht.

Bild: Wolfgang Kumm/ DPA

Die Coronasituation hat sich zuletzt nicht mehr verschärft, bleibt aber ungemütlich. So hat der Thurgauer Regierungsrat am Mittwoch mitgeteilt, die Intensivstationen des Kantons seien weiterhin voll ausgelastet. Darum wird die Zertifikatspflicht im Thurgau auf Besucherinnen und Besucher von Spitälern, Kliniken, Pflegeheimen und Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung ausgeweitet. In St.Gallen steigen die Hospitalisationen von Covid-Patienten seit einigen Tagen wieder leicht an, nachdem sie zwischenzeitlich gesunken waren.

Im Bundesparlament wird die Forderung immer lauter, die Coronatests müssten in jedem Fall gratis bleiben. SP, Grüne, Mitte und SVP sprechen sich dafür aus. Das heisst: Der Bundesrat soll seinen Entscheid, dass Personen ohne Symptome ab Anfang Oktober ihre Coronatests selber bezahlen sollen, wieder rückgängig machen.

Online-Petition für Gratistest: Gibt der Bundesrat nach?

David Zuberbühler, Ausserrhoder SVP-Nationalrat.

David Zuberbühler, Ausserrhoder SVP-Nationalrat.

Bild: Gaetan Bally/Keystone

Auch in den vielen Fragen bezüglich Corona, welche Ostschweizer Nationalrätinnen und Nationalräte für die kommende Fragestunde an den Bundesrat gerichtet haben, werden die Tests thematisiert: David Zuberbühler (SVP/AR) verweist auf eine Online-Petition: Über 220'000 Personen sprächen sich gegen die Kostenpflicht aus. Zuberbühler will wissen, ob der Bundesrat der Forderung nachkommt.

Von einer Situation wie in Dänemark ist die Schweiz noch weit weg

Auch die vergleichsweise tiefe Impfquote der Schweiz sorgt weiter für Diskussionen. So hat Dänemark sämtliche Coronamassnahmen aufgehoben, weil inzwischen 74 Prozent der Gesamtbevölkerung – und mehr als 80 Prozent der über Zwölfjährigen – geimpft sind. Von diesen Zahlen ist die Schweiz weit entfernt. Aktuell sind 52,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft.

Marcel Dobler, St.Galler FDP-Nationalrat.

Marcel Dobler, St.Galler FDP-Nationalrat.

Bild: Michel Canonica

Bundespolitiker fordern nun ein breiteres Angebot an Impfstoffen in der Schweiz. Marcel Dobler (FDP/SG) schreibt:

«Ein Teil der Bevölkerung ist nicht grundsätzlich gegen Impfungen, sondern steht der neuen Technologie der mRNA-Impfstoffe skeptisch gegenüber.»

Dobler erkundigt sich nach dem Stand der Verhandlungen, Zulassungen und Lieferbarkeit von Impfstoffen, die nicht auf mRNA basieren.

Erste Aussagen des BAG liegen dazu bereits vor. Zugelassen ist der Impfstoff von Johnson & Johnson. Der Bund verhandelt derzeit über Lieferungen in kleinerem Umfang. Diese sind für Personen geplant, die sich aus medizinischen Gründen nicht Moderna oder Pfizer impfen lassen können. Dobler will jedoch vom Bundesrat wissen, wann alternative Impfstoffe für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.

Auch Zuberbühler fragt:

«Ist der Bundesrat der Ansicht, dass ein erweitertes Impfangebot mit klassischen Impfstoffen Menschen zum Impfen motivieren könnte?»

Bessere Daten zum Impfstatus der Coronapatienten

Diana Gutjahr, Thurgauer SVP-Nationalrätin.

Diana Gutjahr, Thurgauer SVP-Nationalrätin.

Bild: Tobias Garcia

Die Spitäler berichten übereinstimmend, die allermeisten der derzeitigen Coronapatienten seien nicht geimpft. Diana Gutjahr (SVP/TG) verlangt nun bessere Daten hierzu. «Man spricht aktuell von der ‹Pandemie der Ungeimpften›, woraus zu schliessen ist, dass der Impfstatus erhoben wird. Dies wird jedoch nicht transparent gemacht», schreibt Gutjahr.

«Wann werden die Statistiken dahingehend ergänzt, dass der Impfstatus sowohl bei den laborbestätigten Fällen, bei den Hospitalisationen als auch bei der Auslastung der Intensivstationen sofort ersichtlich ist?»
Mike Egger, St.Galler SVP-Nationalrat.

Mike Egger, St.Galler SVP-Nationalrat.

Bild: Anthony Anex/Keystone

Mike Egger (SVP/SG) beschäftigen die vielen Rückflüge von Coronapatienten aus dem Ausland in die Schweiz. Er will vom Bundesrat wissen, wie viele Personen – aufgeschlüsselt nach Nationalität – direkt aus dem Ausland in die Schweiz eingeflogen worden seien, um direkt in den lntensivstationen betreut zu werden.

Der Bundesrat wird die Fragen am kommenden Montag beantworten.

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