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Die St.Galler Fotografin Claudia Schildknecht geht mit der Kamera im Seealpsee tauchen. (Bild: Raphael Rohner)

Die St.Galler Fotografin Claudia Schildknecht geht mit der Kamera im Seealpsee tauchen. (Bild: Raphael Rohner)

Fotografin taucht in Ostschweizer Seen: «Das Paradies vor der Haustüre»

In den Ostschweizer Seen verbergen sich geheimnisvolle Landschaften und Wälder aus Seepflanzen. Wir haben die St.Galler Fotografin Claudia Schildknecht auf einer Reise in mystische Unterwasserwelten begleitet.
Raphael Rohner

Es ist ein friedlicher Sommermorgen, kurz vor 8 Uhr, am Zürichsee bei Rapperswil. Enten ziehen quakend ihre Bahnen durchs türkis-blaue Wasser des Sees. Die Wellen werfen ein glitzerndes schimmerndes Licht durch das Wasser auf die Steine am Grund. Am Ufer entlang schlendert eine junge Frau, mit grossem Rucksack, Taucherbrille und Flossen daran. Sie geht den Weg zum Holzsteg. Sie bereitet ihr Equipment vor, zieht ihre Flossen aus Kohlefaser an, ihre Taucherbrille über das Gesicht und steigt in den See. Ihr Name ist Claudia Schildknecht und sie fotografiert unter Wasser.

Fische im Zürichsee bei Rapperswil. (Claudia Schildknecht)
Mystische Seepflanzen strecken sich zur Sonne. (Claudia Schildknecht)
Ungewohnte Perspektive: Der Holzsteg bei Rapperswil aus dem Wasser. (Claudia Schildknecht)
Wunderschöne Pflanzen am Grund des Zürichsees. (Claudia Schildknecht)
Fast wie am Meer. Sand am Grund des Zürichsees. (Claudia Schildknecht)
Türkisblaues Wasser und Felsen vom Alpstein. Der Seealpsee. (Claudia Schildknecht)
Am Grund des Seealpsees lässt sich manches entdecken. (Claudia Schildknecht)
Am Rand des Grundes im Seealpsee. Das Wasser hat hier etwa 12°C. (Claudia Schildknecht)
Geheimnisvolle Pflanzen wie aus einer fremden Welt. (Claudia Schildknecht)
Während die meisten Leute nur die Aussicht oben geniessen, verbirgt sich eine ebenso schöne Welt unter der Wasseroberfläche. (Claudia Schildknecht)
Streben nach dem Licht im kalten Walensee: Seeplanzen. (Claudia Schildknecht)
Am Grund des Walensees tummeln sich viele Fische. (Claudia Schildknecht)
Spuren alter Zeiten. Im Walensee liegen noch einige Schiffswracks. (Claudia Schildknecht)
Der Walensee ist bei Tauchern sehr beliebt. An seiner tiefsten Stelle ist er 145 Meter tief. (Claudia Schildknecht)
Farbenfroh zeigt sich die Welt im Walensee. Der See wird kaum wärmer als 20°C. (Claudia Schildknecht)
Im Bodensee hat es viele Pflanzen und Fische. (Claudia Schildknecht)
Unter der Wasseroberfläche zeigt sich die Schönheit des Sees in Rorschach. (Claudia Schildknecht)
Ein Büschelchen einer Seepflanze auf Reisen. (Claudia Schildknecht)
So sieht es vom Grund des Bodensees aus, wenn es regnet. (Claudia Schildknecht)
Beliebter Ort für Schwimmer, die Rorschacher Badhütte. (Claudia Schildknecht)
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So schön sind Ostschweizer Seen unter Wasser

Schildknecht hat in zwei Tagen vier Seen in der Ostschweiz besucht und dabei Fotos geschossen, die eine fremde Welt zeigen. Für die Fotografin ist das Tauchen auch eine Form der Meditation: «Ich kann wunderbar abschalten und in eine andere Dimension eintauchen, es ist die Materie in der ich nicht denke. Auch die Farben überraschen mich jedes Mal aufs Neue wieder, es ist wie in einer fiktiven Welt.»

Umso kälter der See, desto besser die Sicht

Die Kälte macht der Freitaucherin nichts aus. Wenn sie mit einem einzigen Atemzug einige Meter bis zum Grund eines Sees taucht, trägt sie oft einen Neoprenanzug. Während dieser Tage hat der Bodensee zum Teil bis zu 25°C Wassertemperatur, der Walensee ist mit 19°C an der Oberfläche und der Seealpsee mit 16°C kälter. Dafür sind die kalten Seen deutlich klarer. Im Zürichsee ist die Sicht, trotz des warmen Wassers erstaunlich gut.

Die Seen in der Ostschweiz seien genau so schön, wenn nicht sogar schöner, als die Touristenfallen. Schildknecht arbeitete vor einigen Monaten am Great Barrier Reef in Australien und sah dort die Auswirkungen des Klimawandels mit eigenen Augen: «Die Ökosysteme unter Wasser sind enorm gefährdet. Wir müssen uns bewusst werden, wie wertvoll unsere Umwelt ist.»

Mit den Flossen auf Wanderwegen

Gerade die Bergseen locken mit glasklarem Wasser und besonders schönen Farben. Um da hin zu kommen, muss Schildknecht die Wanderwege nutzen. Anderen Wanderern fallen sofort die Flossen an Schildknechts Rucksack auf: «Die Leute sind meist recht verwundert über mein Gepäck und fragen, was ich vorhabe», erzählt sie.

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Fotografin taucht in Ostschweizer Seen: «Es ist wie in einer anderen Welt»

Die Begegnungen seien meist sehr positiv. Auch seien die Leute überrascht, über den schweren Rucksack, den die 27-Jährige den Berg hinaufträgt: «Es ist ein Geschleppe. Meistens trage ich schon ein bisschen zu viel mit mir den Berg hinauf.» Rund 10 Kilogramm hat die Ausrüstung der Fotografin. Dazu gehört die Kamera, diverse Objektive, ein Unterwassergehäuse, Neoprenanzug, Akkus, Flossen, Schnorchel und die Taucherbrille. «Etwa einen Fünftel meines Körpergewichts», sagt Schildknecht mit einem Lächeln im Gesicht. Ob es das wert ist? «Auf jeden Fall. Die einmaligen Eindrücke und das Gefühl der Reduzierung auf das Wesentliche machen jede Mühe wett.»

«Wenn ich abtauche, bin ich der Natur ausgesetzt.»

Mit ihren Fotos möchte die 27-Jährige auch gesellschaftlich etwas bewirken: «Für mich ist das Freitauchen jedes Mal eine Grenzerfahrung. Man testet immer wieder sein eigenes Limit, wie weit und lange man unter der Oberfläche sein kann. Unachtsamkeiten können dabei schwerwiegende Folgen haben, speziell im Meer.» Zusätzlich wird ihr beim Freitauchen bewusst, wie sehr der Mensch seine Umwelt beeinflusst: «Wenn ich abtauche, bin ich der Natur und ihren Gewalten ausgesetzt.» Dieses Gefühl gibt der Schildknecht ein Gespür dafür, wie klein und unbedeutend man als einzelner Mensch ist.

«Ich möchte den Leuten zeigen, dass sie erstens die Natur entdecken sollen und zweitens, dass wir ein Paradies vor der Haustüre haben und darum nicht zwingend mit dem Flugzeug in die Ferien fliegen müssen.»

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