Forschen mit Pfanne und Stoppuhr

Eine Pfanne, gefüllt mit Eiswasser, eine zweite auf der heissen Herdplatte, dazu Thermometer und Stoppuhr – das ist der Versuchsaufbau von Martina Sauter. Die Kantonsschülerin aus Berg TG untersuchte in ihrer Maturaarbeit die Schmerzempfindlichkeit junger Frauen während der Menstruation.

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Pfanne, Thermometer und Stoppuhr: Martina Sauter mit den Gegenständen für ihre Versuche. (Bild: Donato Caspari)

Pfanne, Thermometer und Stoppuhr: Martina Sauter mit den Gegenständen für ihre Versuche. (Bild: Donato Caspari)

Eine Pfanne, gefüllt mit Eiswasser, eine zweite auf der heissen Herdplatte, dazu Thermometer und Stoppuhr – das ist der Versuchsaufbau von Martina Sauter. Die Kantonsschülerin aus Berg TG untersuchte in ihrer Maturaarbeit die Schmerzempfindlichkeit junger Frauen während der Menstruation. Mit ihrer Forschung gewann die 19-Jährige das Prädikat «sehr gut» am 45. Nationalen Wettbewerb der Stiftung Schweizer Jugend forscht (SJf).

Zyklus hat keinen Einfluss

«Für die Versuche genügend Probandinnen zu finden, war schwierig – das Thema ist ziemlich persönlich», sagt die 19-Jährige. Nach einigen Anstrengungen fand Sauter aber zwanzig Frauen aus ihrem Bekanntenkreis für die Untersuchungen. Während dreier Monate überwachten diese ihren Zyklus und meldeten sich jeweils bei Beginn ihrer Menstruation bei Sauter. Es folgten Tests in einem Biologielabor der Kantonsschule Kreuzlingen. Dabei mass Sauter die Zeit, wie lange die Frauen ihre Hand ins kalte Wasser halten konnten. Anschliessend erwärmte sie das Wasser und notierte die Temperatur, welche die Frauen höchstens aushielten.

Das Ergebnis: Martina Sauter fand heraus, dass der Zyklus keinen Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit der Frauen hat. Da es zu diesem Thema noch keine eindeutige Meinung in der Fachwelt gibt, haben die Schlussfolgerungen der Schülerin die Diskussion in Fachkreisen neu lanciert.

Medizin oder Physiotherapie

Weder «Dr. House» noch «Grey's Anatomie» waren verantwortlich dafür, dass sich Martina Sauter für Medizin interessiert – für Arztserien habe sie so kurz vor der Matura sowieso keine Zeit. Vielmehr fasziniere sie die Natur schon seit ihrer Kindheit. «Mit der Zeit wuchs dann das Interesse an der Humanmedizin», erinnert sich Sauter.

Im Moment liegt ihr Fokus speziell auf der Anästhesie. In diesem Bereich sieht sie auch ihre mögliche Zukunft: «Wenn es im Juli mit dem Eignungstest für das Medizinstudium klappt, ist Anästhesistin mein Berufsziel», sagt sie. Sie würde gerne die Herausforderung dieser anspruchsvollen Arbeit annehmen: «Im Operationssaal hat man eine grosse Verantwortung. Die Überwachung der Patienten unter Narkose gefällt mir, und ich arbeite gerne mit anderen Personen zusammen», sagt sie.

Sauter hat aber auch genaue Pläne, falls sie nach der Matura im Juni den Eignungstest für das Medizinstudium nicht bestehen würde. «Dann lege ich ein Zwischenjahr ein, in dem ich arbeite und ein Praktikum im Bereich der Physiotherapie absolviere.» Diese Alternative würde sie gleichermassen interessieren wie ein Medizinstudium.

Die Stärken teilen

Wenn die Kantonsschülerin nicht gerade mit Schularbeiten beschäftigt ist, trifft man sie oft auf dem Tennisplatz an. Der Sport wurde ihr in die Wiege gelegt: «Auch meine Eltern spielen Tennis. Zusammen mit meiner jüngeren Schwester spielen wir oft im Doppel gegeneinander», sagt sie. Seit sechs Jahren nimmt Sauter auch an Clubmeisterschaften teil.

Eine erfolgreiche Schülerin gilt schnell als Streberin. Ist dies auch an der Kantonsschule Kreuzlingen der Fall? «Überhaupt nicht. Meine Mitschüler finden es toll, dass ich an diesem Wettbewerb teilgenommen habe», sagt Sauter. Ausserdem tausche sie sich gerne mit anderen Schülern aus: Man müsse seine Stärken mit anderen teilen. Aus diesem Grund gibt Sauter auch Nachhilfeunterricht.

Das Mitmachen am Wettbewerb hat Sauter nicht nur Erfahrung und viel Lob eingebracht – es hat sich auch finanziell gelohnt: Sie gewinnt 800 Franken Bargeld. Den Betrag gibt die Maturandin aber nicht etwa aus: «Das Geld ist bereits auf meinem Bankkonto. Ich spare es für mein Studium.»

Martina Luterbacher