Föhn legt Bahnen lahm

In höheren Lagen tobte in den vergangenen Tagen der Südwind. Im Appenzellerland wurde der öffentliche Verkehr teilweise eingeschränkt.

Urban Rechsteiner
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Noch schlimmer als der Föhn: Seit diesem Unfall 2007 stellen die Appenzeller Bahnen auf der Strecke Weissbad–Wasserauen bei starkem Westwind auf Busbetrieb um. (Bild: Reto Martin (Wasserauen, 19. Januar 2007))

Noch schlimmer als der Föhn: Seit diesem Unfall 2007 stellen die Appenzeller Bahnen auf der Strecke Weissbad–Wasserauen bei starkem Westwind auf Busbetrieb um. (Bild: Reto Martin (Wasserauen, 19. Januar 2007))

172 Kilometer pro Stunde: Diese Marke wurde gestern auf dem Hohen Kasten bei Brülisau gemessen. Der Sturm, der in den vergangenen Tagen durch die Föhntäler und über die Bergkämme gezogen ist, hat sich vor allem auf die öffentlichen Verkehrsmittel in der Ostschweiz ausgewirkt. Diese mussten ihren Betrieb zeitweise einstellen.

Auf der Strecke Rorschach–Heiden ist ein Baum auf die Fahrleitung gestürzt. Zwischen Schwendi und Heiden verkehren Ersatzbusse. «Der Schaden sollte aber bis heute Mittag behoben sein», sagt Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen. Bei diesem Unterbruch blieb es nicht: Zwischen Weissbad und Wasserauen war der Bahnverkehr ebenfalls unterbrochen. «Hier ist der Westwind problematisch. Bei Windgeschwindigkeiten ab 70 Kilometern pro Stunde wird auf Busverkehr umgestellt», sagt Liniger. Dies sei auch am vergangenen Wochenende der Fall gewesen.

Der Föhn mache auf diesem Abschnitt aber keine Schwierigkeiten. Im Januar 2007 hatte der berüchtigte «Laseier-Wind» mehrere Wagen der Appenzeller Bahnen aus den Schienen geworfen. Seither verkehren die Züge bei starkem Westwind nur noch bis Weissbad. Die Appenzeller Bahnen behalten die Wetter- und Windsituation in diesem Bereich genau im Auge.

Auch die Seilbahn auf den Hohen Kasten musste den Betrieb am Sonntag und auch gestern Montag einstellen. «Im November kommt es normalerweise zu fünf bis sechs Föhntagen, an denen wir die Luftseilbahn nicht betreiben können», sagt Susanne Kölbener von der Luftseilbahn Hoher Kasten. In Brülisau geht man davon aus, dass der Betrieb morgen Mittwoch wieder aufgenommen werden kann.

In den Niederungen wurden Windgeschwindigkeiten von rund 100 Kilometern pro Stunde gemessen, so zum Beispiel in Altenrhein (99) oder in Vaduz (102), wie Ludwig Zgraggen von «Meteo Schweiz» auf Anfrage sagt. «Dies entspricht einem normalen bis überdurchschnittlichen Föhnsturm». Durch die Föhnlage sind auch die Temperaturen gestiegen: In Bischofszell wurden in den vergangenen Tagen 19, in Altenrhein gar über 20 Grad gemessen. Dort, wo der Südwind schon wieder nachgelassen hat, sind auch die Temperaturen spürbar gesunken. «Am Alpenkamm könnte der Föhn noch etwas anhalten. In den Niederungen aber ist der Höhepunkt überschritten», sagt Zgraggen.